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Unterredungen, Monologen, Phantasien eines Weltbürgers über die französischen und helvetischen Staatsumwälzungen
Entstehung
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Crito.

Sokrates, Sie fangen an, mich unruhigzumachen. Gleichwol hoffe ich, es gebe Frey-heit, deren völligsten Genuß Sie nicht glaubenwerden, mir streitig machen zu müßen.

Sokrates.

Die Freyheit zu denken. Ja, was dies«berrist, darüber werden Sie, wie ich glaube,unsere Gesezgeber und die meisten Herren derWelt ziemlich einstimmig finden. Allein viel«leicht wird es Ihr Freund desto weniger seyn.

Crito.

Wie so?

Sokrates.

Und hat denn dieser arme menschliche Ver-stand die Freyheit, zu denken, wie er will?Steht er nicht unter dem gebieterischen Einflußunserer Sinne, unserer Gewohnheiten, allerVvrurtheile unserer Kindheit?

Crito.

Sie haben mich gelehrt, daß gerade diesesdie Kette so mancher Irrthümer, so vielerfalscher Blendwerke sey, die der freye Man«mit Vergnügen zerbräche. So-