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Crkto.
Immer Gränzen, immer Schranken?
Sokrates.
Leyder! ich begreife es, diese Ansicht fällt derstolzen Hofnung der Jugend und den süßenTäuschungen beschwerlich. Allein, liegtS nichtin der Natur eines endlichen Wesens, sich vonallen Seiten mit Gränzen und Schranken nm-ringt zu sehen? So oft ein so schwaches, soeingeschränktes Geschöpf, als der Mensch, dieallzumerkbaren Gränzen seiner Macht und sei,«es Verstandes übersieht, läuft es Gefahr,sich in ein Meer von Ungewißheit, ohne Leucht-thurm und Ufer gestürzt zu sehen. Ueber ge-wisse Gränzen heraus findet die glüklichste Tha-thtgkeit nur Chaos, der kühnste Gedanke lee-ren Raum und Hirngespinnste.
C r i t o.
Und wer wird es wagen dürfen, diese Grän-zen zu bestimmen, die zu kennen und zu vereh-ren Ihnen unentbehrlich scheint?
Sakrales.
Die wirkliche, nicht die ideale Natur, im
poli-