44 Gedanken über dir Getraidesperre,
als er würde haben auswittern könn:»; ich will Ihnenzugeben, daß Ulan i» der H-ungersnor.. seinen Freund fres-sen, und also auch gewiß verhungern lassen könne; ich willendlich zugeben, daß kein rech.iuye T-arer das Brod fürdie Hunde werfe und feine Kinder darben lasse.
Allein darin» muß ich Ihnen mit Ihrer Erlaubnißwidersprechen, daß irgend ein Lan^ in Oeutschhuid undbesonders das Stift (Münster), weiches Sie zum Masteranführen, sich in der schreeklichen Alternative, entwederHungers zu sterben, oder die Kornauszuhr zu verbieten,befunden habe.
Sie selbst räumen dieses ein; indem Sie sagen, daßdaS Korn daselbst bey verstatteter freyen Ausfuhr nur imPreise gestiegen seyn würde; und daß man dasjenige nurrheurer aus Holland würde haben wieder kommen lassenmüssen, was bey der freyen Ausfuhr dem Nachbar über-lassen seyn würde. Die Frage ist also nicht davon: wasdie Policey in jenen erschrecklichen N-thfallen, in jenenspekulativischen Cikuatioizen, wo der Sohn seinen Vatervom Brete stürzt, wenn sie beyde sinken müssen; sondern,was sie in dem Falle billig zu thun hat:
wenn sie z. E. durch eine zeitige Sperrung den Hiimlen Roggen zum Thaler herunter halten zu könnenhofft; bey verstatteter Ausfuhr aber denselben nocheinmal so hoch zu steigen befürchtn muß?
Und von diesem Falle, welcher als der gewöhnlichste beyder Frage von den Schaden oder den Vortheilen der Ge-traidesperre billtg zum Grunde gelegt werden muß, habeich behauptet, daß die Polieey am besten thue, in demsel-ben die freye Ausfuhr zu gestatten. Don diesem Falle giltauch meiner Einsicht nach dasjenige, was die beyden clas-sischen