sr 8 Es ist allezeit sicherer
zöstschen Schneiders, habe; seine Frau, fuhr ich fort,wür-de sich wessen lassen, wenn er ihr die Ehre verschafte, dieFrau des größten Meisters von seinem Handwerke zu seyn,und seine Tochter würde im zwanzigsten Jahre schon ein-sehen, daß die Ehe mit einem ehrlichen Bürger, der leerenErwartung auf einen Mann mit der Dosc vom Martin, undmit der Uhr von Du rerrrs unendlich vorzuziehen-sey. Ichversicherte ihn, wenn er nun das Ziel seiner Wünsche errei-chen, und sich alle Sonntage iit einem dammastencn Schlaf-rocke zeigen könntv, daß sein Nachbar sodann seinen Bauchin einem französischen Stof zu Fenster legen würde; unddaß er nixmals ein Narr werden könnte, ohne zu verhin-dern, daß ein andrer nicht noch ein grösserer Narr würde;ich machte ihn endlich begreifend, daß vieles in der Einbil-dung berubete, und daß die Einbildung ein Madgenkopfwäre, welcher so lange schw'armete, als er auf einem jun-gen Rumpfe fasse. .
Allein, um ihn völlig zu überzeugen, hatte ich ein grosserHerr seyn, und ihm alsdann diejenige Achtung in der Thatbezeigen müssen, die ich ihm jetzt nur mit Schlüssen be-weisen konnte.
Wie viele Mittel haben die Grossen nicht, den Gerin-gern die falsche Scham zu benehmen, wodurch sie zu präch-tigen Thorheiten verleitet werden! I.e rillioils ellla ruson6u sor; und wie viele giebt es nicht, die keinen andernGrund anzugeben wissen, als diesen! Das Lächerliche oderVerächtliche hängt nicht vsn einem braunen oder sammete-nen Kleide, sondern gar sehr von dem Werthe ab, welchender herrschende Ton diesen Sachen beyleget; und der herr-schende Ton kostet denGesctzgebern oder dmGesetzgcberknnenoft nur einen süssen Traum. Zwey Millionen und sieben-mal hunderttausend Thaler sind in zehn Jahren für gestickte
Sachen