Band 
Zweiter Theil.
Seite
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2ZZ Vorschlag zur Veredel. der verlohren ro.

Es liegt nichts daran, ob das Matten auf dem Wege,tvas die Dienstboten und andre gehende Persvndn thun kön-nen, für die Herrschaft, wobey sie dienen, oder für die Ar-beiter selbst geschehe; allem dem Staat, der in beyden Fäl-len gleichviel gewinnet, ist unendlich daran gelegen, daß esgeschehe, und manche Herrschaft machte sich vermutlichein Vergnügen daraus, ihrem Gesinde das Garn dabey zuschenken. Ich kenne eine Familie, worinn der Vater seinenKindern allen Flachs schenkte, was sie verspinnen konnten,wogegen sie sich aber in Kleidungen selbst unterhalten wü-sten ; und der Eifer der Kinder gieng so weit, dass er ihnendie Räder verschließen muste, weil sie um zwey Uhr desMorgens schon dahinter saßen, und der Sohn, der nach-mals ein würdiger Prediger ward, sich eben so früh mitseiner Grammatik an das Rad setzte.

An dem gucenTo» fehlt es hier gewiß nicht; alle unsrevornehmen Damen arbeiten beständig in Gesellschaften, undhaben ihren Nehebeute-l im Wagen wie in der Comödie.An der Möglichkeit ist kein Zweifel, da sogar blindgebohr-tge Personen die schönste Knüttearbeit verfertigen können,und andre Lander, wie auch verschiedene hiesige Kirchspielebesonders aber die Münsterschen Aemter Kloppenburg midDecht«, worinn gewiß jährlich für 120000 Rkhlr wolleneStrümpfe mit der Nebenarbeit verfertiget werden, davonzeugen. Woran liegt es also, baß viele Kinder unsrerLandleute im Sommer, wenn der Schulhalter zum Torf-stechen nach Holland geht, hinter den Kühen müßig liegen?An häuslichen Exempeln und an der Erziehung.