Band 
Zweiter Theil.
Seite
287
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Für die warmen Stuben der Landbeute. 287

Ein Mensch, der des Sommers in der Hitze arbeitet,und oft in einem Tage mehrSchweis vergießt, als ein Ge-lehrter in einem Monate, würde dem Ansehen nach den lan-gen Winter nicht durchdauern, wenn er alsalsdann nicht bis-weilen in eben derMaaße schwitzte, wicimSommer. DerRnsib kriecht in einen warmen Backofen; die »ordischcnDöl-ker hatten vordem viele heiße Badstubcn; sie haben spaterdicke Federbetten und zuletzt warme Stuben zugelegt; siehaben zuerst die Nothwendigkeit der Hemde von Lcincwandeingesehen. Dieses einstimmige Verfahren der nordischenVölker, welches nicht durch Bücher und Zeitungen, son-der» durch eine überall würkende Bedürfniß und Erfahrungerzeuget worden, macht es sehr wahrscheinlich, daß einMann aus den nördlichen Gegenden, der des Sommerssein Brod in dem stärksten Schweiße gewinnet, des Win-ters nicht mit dem Maaße der Warme zukommen könne,womit müßige Leute, und ein Theil Bürger in den Städ-ten, die das ganze Jahr durch in der Wcrkstätte sitzen, sichbillig befriedigen. Die Natur entlediget sich von sehr vielenUebeln durch den Schweiß; und sie wählt diesen Weg ge-wiß fünfmal mehr als jeden andern. Auch diese scheinetals jener Erfahrung das Wort zu reden, und mit ihr ein-zustimmen.

Ich gebe es zu, daß Jtaliäner sich des Winters miteinem Sonnencamine, und mit einer dünnen Bettdecke be-helfen können; allein der Jtaliäner ist ganz anders gemachtwieder nördlicheDeutsche; der fleischichtcr, blutreicherundweicher ist, als jener, und die Arbeit nicht so trocken verrich-ten kann als ein fcsthäutigcr, ncrvigtcr und geschmeidigerSüdländer. Ohnstreitig erfordert die Natur andch Körperin kalten als in warmen Landern; aber eben deswegen er-fordern auch beyde eine ganz unterschiedene Diät, und die

heissen