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1-2 (1826) Vom Geist der Ebräischen Poesie / J. G. von Herder
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Entwurf des Buchs. 5

was sie auch im Fortgang der Zeiten gewirkthaben, entwickelt. Es versteht sich, daß die ange-nehmsten und lehrreichsten Stücke in einer lesbaren,ihrem Geiste angemessenen Uebersetzung demWerk eingeschaltet werden.

So gehts zur dritten Periode der Dichtkunsthinab, längst vor dem Verfalle des Volks, nämlichzur Stimme der Propheten. Die Charak-tere dieser patriotischen und göttlichen Demagogenwerden entwickelt, Aufschluß und Einleitungzu ihren Schriften gegeben, und die erhabensten,schönsten und rührendsten Stücke derselben aber-mals dem Werk einverleibet.

Es kommen jetzt die klagenden Stimmen beyund nach dem Verfall der Nation, die hof-fenden und aufmunternden zu Wiederaufrich-tung derselben: die Wirkungen der gesammtcnSchriften des Volks, da sie sich jetzt mit andernSprachen, insonderheit der Griechischen, vermisch-ten: die Wirkungen derselben durch die Schriftenund Lehrer des Christenthums bis zu unsernZeiten.

Einige Abhandlungen zum Ende des Buchsuntersuchen die Geschichte der Behandlungdieser Poesien von Juden und andern Völkern:das verschiedene Glück der Nachahmungenderselben zu verschicdnen Zeiten und in verschiednen