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Legenden der heiligen Pelagia / herausgegeben von Hermann Usener
Entstehung
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noch eine dritte heilige dieses namens gesetzt, welche ihremwesen nach jener jungfräulichen sehr nahe steht. Das ist dieheldiu der zweiten legende, die hier vorgelegt wird, Pelagia

von Tabsos 18 . Sie war dasunbeschreiblicher, im ganzen

Sie war das kind vornehmer eitern und von

reich (s. 23, 7 f.) bewunderter

Schönheit. Der sohn des kaisers selbst dieser herrscher hält

einen barem (s. 25, 23. 26, 27), ist ein christenblutdurstigerwütherich und heisst, doch das schadet nichts, Diocletianhat um ihre hand angehalten und das verlöbniss ist voll-zogen. Da hört sie von einem manne gottes Klinon, der soviele getauft, die nun um ihren glauben im kerker schmachtenmüssen. Ein sehnen erfasst sie nach dem bischof und seinerlehre; und da sie vernommen, wohin er sich geflüchtet, er-bittet sie sich von der mutter* die erlaubniss, eine reise zuihrer amme zu machen. Als braut des kaisersohns würdigausgestattet und geleitet bricht sie auf. Christliche Soldatenihres gefolges erkennen den bischof unter den bäumen, eiligsteigt sie aus der sanfte und redet ihn abseits von den ihrigenan. Erfreut hört sie von ihm, dass er hirte sei: ihres vaterssind viele Schafe, die kann er hüten und soll reichen lohnhaben. Das missverständniss ist rasch berichtigt; und ihrembrennenden wünsch nach der taufe kommt der himrnel selbstentgegen: vor des bischofs füssen that sich ein quoll leben-digen wassers auf, und darüber erschienen lichtgestalten deshimmels. Ihr kostbares fcleid und geschmeide legt sie in diehand des geistlichen, und nach kurzem besuch bei der ammekehrt sie innerlich frohlockend zurück. Die mutter sieht dieVerwandlung mit entsetzen, bietet truppen des kaisers aufum den schuldigen einzufangen, und benachrichtigt den bräu-

18 Auf den 4 mai setzt sie das martyr. rom., ebenso die syna-xarien dos cod. Par. 1617 s. XII und Coislin. 223 vom j. 1301 (bergAthos); auf 5 inai Iar. 1575 f. 70 r , 1588 f. 212 r ; auf den 7 oct.menol. Basil. 1, 100; auf den 8 oct. Par. 1582 und 1585, ebenso dasjetzt übliche menäon Cutlumus.