XII
die aufnahme ins liaus, und sie wurde nonne. Nach ruhm-vollem kämpf fand sie die ewige ruhe, der bischof aber nebstden beiden sklaven fiel in die hand des kaisers und wurdenach schweren martern enthauptet.
Nach Antiochia in Pisidien setzt die griechische Über-lieferung Marina 20 , eine heilige des 17 juli, deren Züge nichtminder familienähnlichkeit mit der tarsischen Pelagia ver-rathen. Marina ist das einzige kind eines vornehmen heidni-schen priesters Aidesios. der frühe tod der mutter veran-lasste, dass das mädclien einer amme, die 15 milien entferntauf dem lande wohnte, zur erziehung übergeben wurde, dortwuchs sie zu seltner Schönheit heran, während zum Verdrussdes vaters ihre seele im christlichen glauben erstarkte. Einst-mals als sie aufs feld gegangen war nach der herde ihresvaters zu sehn, traf es sich dass gerade Olybrius der 'praesesorientis auf seiner reise von der provinz Asia nach Antiochiades weges vorüber zog. gefangen von ihrem anblick wünschteer sie als weih zu besitzen, nach name und stand befragt,bekennt sie sich als christin. Er lässt sie rücksichtsvoll mit-führen, und am nächsten tag, auf dem tribunal sitzend, rings-um die biirgerschaft Antiochias, lässt er sie vorführen undbietet ihr für ihre riickkehr zum götterdienst als preis seinehand an. ihre festigkeit treibt den Statthalter zur Steige-rung von Strafmitteln und quälen ; er selbst muss sich schliess-lich die äugen verhüllen und heisst sie ins gefängniss bringen.Während sie dort um Stärkung zum kämpfe betete, erzitterteplötzlich der boden, und der böse selbst erschien ihr als furcht-barer drache, von schlangen umzingelt; kaum fühlt sie sichvon dem gähnenden rachen verschlungen, als auch durch die
20 die legende in lat. Übersetzung bei Surius zum 20 juli f. 86,nach angabe des herausgebors eine arbeit Symeons; das original istzb. in cod. Laurent. 9, 33 erhalten, ferner vgl. menol. Basil. 3, 171.über andere griechische berichte s. aa. ss. juli t,. V p. 33 und Fa-liricius bibl. gr. 9, 119.