Buch 
Züge aus Thorvaldsens Künstler- und Umgangsleben / von Kammerassessor Carl Frederik Wilckens, ... ; nach der zweiten dänischen Ausgabe von Theodor Schorn
Entstehung
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I.

Auf eine sonderbare Weise wurde ich ThorvaldsensKammerdiener. Mein Vater, der als Bote auden Maßmannschen Schulen angestellt war, hinter-ließ bei seinem Tode meine Mutter in dürftigenUmständen und mit mehren unversorgten Kindern.Da er immer bei seinen Vorgesetzten wohl ange-schrieben gewesen war, wollten sie sehr gern etwasfür seine Hinterbliebenen thun, und da meinerMutter keine Pension zugestanden werden konnte,gestatteten sie ihr, in dem durch seinen Tod erle-digten Dienste zu bleiben, wenn ihre Söhne ihrbehülflich dabei sein könnten. Dies Anerbieten nahmsie mit Freuden an; mein älterer Bruder und ichleisteten ihr nun eine solche Hülfe, dass Alles zurZufriedenheit des Vorstandes ausgeführt wurde.Nach meiner Consirmation musste ich dran denken,ein Handwerk zu erlernen, und ich wählte nun, beieinem Schuhmacher in die Lehre gegeben zu werden.Kurz nachdem ich eine Gesellcnprobe zur Zufrieden-heit bestanden hatte, sagte mir einer meiner Gönner,der Probst Münter, er wolle es versuchen, mireine Anstellung als Aufwärter an der Kunstakademie

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