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Züge aus Thorvaldsens Künstler- und Umgangsleben / von Kammerassessor Carl Frederik Wilckens, ... ; nach der zweiten dänischen Ausgabe von Theodor Schorn
Entstehung
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ihn, ob ich nicht zu Bang gehen und in seinemNamen ihn bitten dürfe, meinem Herrn einen Besuchabzustatten. Thiele fragte mich, ob Thorvaldseneine solche Ordre gegeben, und da ich dies miteinem Nein beantwortete, sagte er:Von mir dürfenSie nicht grüßen; wollen Sie zu ihm gehen, musses ganz in Ihrem eigenen Namen geschehen."Ja,Herr Etatsrath, ich muss gehen, ich kann es nichtverantworten, meinen Herrn so leidend zu sehenohne ärztliche Hülfe, und mit Jacobsen will er nichtmehr sprechen." Ich begab mich deshalb auf derStelle zu Bang und war so glücklich ihn zu Hausezu treffen. Ich bat ihn um die Gefälligkeit, Thor-valdsen einen anscheinend zufälligen Besuch abzu-statten, da er nicht wissen dürfe, dass ich beim Arztegewesen. Bang antwortete mir:Nein, das willich nicht, Thorvaldsen hat ja Jacobsen rufen lassen,und ich will nicht mit ihm zusammentreffen."Diesbrauchen Sie nicht zu befürchten, Herr Etatsrath,da mein Herr nicht ferner Jacobsen zu eonsulirenwünscht", erwiederte ich.Ja, Wilckens," sagteBang nun,dann werde ich gern zu Ihrem Herrnkommen."

Den folgenden Vormittag kam Bang zu ihmmit den Worten:Was machen Sie, Thorvaldsen,Wilckens hat mir gesagt, Sie seien krank." Thor-valdsen erhob sich sogleich vorn Sopha und nähertesich Bang sehr liebevoll, ergriff seine Hand und