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Albrechts von Haller ... Tagebuch seiner Beobachtungen über Schriftsteller und über sich selbst : zur Karakteristik der Philosophie und Religion dieses Mannes
Entstehung
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,, seinen vier letzten Lebensjahren der Republik entzog. Einer Krankheit wegen nahm eri>, in diesen vier Jahren eine unbändige *) Menge Opium, täglich bis acht Gran; dies hub abwechselnd seine Seele, und machte sie auch wieder schlaff. Ich sah zwey Jahre vor seinem Tode diesen grossen Mann. Ausserx. seiner noch brennenden noch immer choleri- schen Ruhmbegier, die bey ihm niemals keine Melankolie um den ZehntausendstenTheil eines Fliegenhauchs schwächte, lag ihm jetzt nichts in der Welt so sehr am Herzen, als immer Prediger um sich zu haben. Er ließ so viele kommen als zu haben waren; bald die besten und bald jeden, ohne alle Wahl in Absicht auf System und Kopf. Haller war Hyperorthodox. Diese Art vonTheologie gesiel ihm, weil sie hart und un- biegsam ist, wie er war. Th. H. S. 216.» ss. **)

(Diese gespannte witzige Sprache ist nuneinmal das Erbtheil des Herrn Zimmermanns.

*) Mehr dem Sprachgebrauchs gcmas sagt man: derMann hat einen unbändigen Stolz.

*') Nach der grossen Ausgabe. Lh H. S- 196.