Verse sehr hart, und seine Mahlereyen übertriebe»,und öfters unangenehm, und seine Schreibart vollalter Wörter und gezwungener Abänderungen, mit'einem Worte seine Poesie ungefähr wie seine Philo-jbphie vorkömmt, wenn man nicht aus der fast noth-wendigen Reinigkeit der Sprache einen Vorzug machenwill , die zu den damaligen Zeiten fast nicht änderst hatseyn können. Der Hr Kardinal hat sich vorgenommen,die durch den Lukrekius mißbrauchte Dichtkunst zueinem bessern Zwecke anzuwenden, und die Götter-sprachc zu brauchen die Sache Gottes zu vertheidigen.Er hat also vor' dem Lukretius einen vielfältigenVorzug. Er vertheidiget die Wahrheit, und fällt nichtin die wunderlichen Wicdersprüche, da der Römerbald von der Äigcnd rühmlich spricht, und baldungescheut sich erklärt , daß er den Lasterhaften bey-stcben, und sie von dem Bisse des Gewissens heilenWill- Der Hr. K. hat ferner den Vorzug, daß er«ine weit bessere und reichere Philosophie vorträgt.Er genießt dabey das Vergnügen, daß er sehr vieleDinge aus der Naturlehre in die Poesie überbringenkönnen, womit sich die Dichtkunst zu schmücken nochnicht gelernt hatte; wie die Lehre von der Entwicke-lung der Saamrn zum Beyspiel dienen kann, die derHr. K. mit vieler Kunst Und Anmuth vorträgt. Sei-ne Verse und Schreibart sind zwar an einigen Or-ten, vielleicht aus einer unvermeidlichen Natur derDinge selbst, etwas trocken und prosaisch, aber hin-
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