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Albrechts von Haller ... Tagebuch seiner Beobachtungen über Schriftsteller und über sich selbst : zur Karakteristik der Philosophie und Religion dieses Mannes
Entstehung
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das Unvermögen des Gesichts, und die Nothwendig-keit der Hülfe, die es vom Gefühle erhält. Was eraber von des Cheseldens Blindgebohmen sagt, istaugenscheinlich gekünstelt, und kömmt gar nicht mitdemjenigen überein, was wir von andern erfahrnenWundärzten vernommen haben; denn die Blindge-bohrnen, denen man den Staar sticht, sehn gleichgerade, unversehrt, und können alles erkennen. Undnunmehr lernt die mit den vereinigten Sinnen ver-sehene Seele weit besser alle Dinge, und vermittelstder Tage und des Umlaufes beweglicher Welten dieDauer bestimmen; sie macht eine abstrakte Idee ausjeder Farbe; sie verliert, eben durch die Menge undDeutlichkeit der Empfindungen, etwas von der Leb-haftigkeit der Einbildung; sie lernt ihre Begierdendurch die Erinnerung der auf die Erfüllung derselbengefühlten Schmerzen einschränken und bezwingen. DerUnterschied zwischen dem Schönen und Guten, dender Abbe macht, ist sehr besonder. Gut ist, sagter, was dem Geruch und Geschmack gefällt, undschön, was dem Gehöre, dem Gesichte, und dem Ge-fühle anmuthig vorkömmt. Da aber alle Gewißheitder Erkenntniß nur von dem Gefühle herstammetund auch dieses endlich nur eine Modifikation der Seeleausmacht, so könnte es vielleicht eben auch uns be->triegen, und die Ausdehnung eben sowohl blos inuns selber, und keine wesentliche Eigenschaft der Kör-per seyn. Diesen Einwarf macht sich der Hr. Abt,

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