als wenn man die Begierden der Menschen zu viel ein.schränken könnte. Die Ehre soll an die Stelle der Reli.gion treten; die Ehre, die nur auf dem Beyfalle derMenschen beruht, und die angesehensten Philosophennicht hindert zu lügen , zu vcrläumden, zu verfolgen,die Unreinigkeit auf tausenderlcy Weise aufzumuntern.In Frankreich hauptsächlich bemühet man sich nichtnur der Gottheit die Aufsicht über die Menschen, dieBestrafung des Bösen, und die Belohnung des Gutenzu entzichn, man läugnet auch geradezu das Daseyneines Schöpfers, und weiß mit tausend kleinen Ein-würfen emznschleichen, die den schreckenden Begriffeines allmächtigen Wesens schwächen. Man bedientsich hier aller der geringen Fehler, die von den Rabbi-ner, oder einzelnen Christen in der Auslegung der Offen-barung begangen worden sind , und kömmt in kleinenBüchern alle Augenblicke mit eben denselben Anfällenwieder. Was.soll man nun von dieser Ausrottung derFurcht Gottes anders hoffen, als eine Zügellosigkeit inunsern Begierden, und eine Erkältung in allen denWerken der Liebe, die durch die Religion so leicht undso angenehm gemacht würden. Rousseau hat mit seinerEinschärfung der bloßen natürlichen Religion nicht ge.merkt, wie unvollkommen sie ist, wie wenig Gewiß-heit der Ewigkeit sie geben kann, wie vollkommen utt-wissend sie schon beym Sokrates über die Frage bleibt,wie kann der sündige Mensch Gott versöhnen ? Undwas ist die Wirkung seiner Salyren gewesen? Ebenv. Halters Tageb. Tb. l. Z
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Albrechts von Haller ... Tagebuch seiner Beobachtungen über Schriftsteller und über sich selbst : zur Karakteristik der Philosophie und Religion dieses Mannes
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