Verfasser wohne im Norden, welches gegen Deutsch-land von Bern nicht gesagt werden kann; so daß dieBcrnischen Dorfpfarrer an allen dem Unfuge keinenAntheil haben können, dessen der Verfasser sich magschuldig gemacht haben. Das kleine Werk ist lebhaftgeschrieben, und sein Verfasser war über die vielenLobsprüche entrüstet, die man, auch unter den Pro-testanten, dem Voltaire als dem Fürsprecher derDuldung, und er selbst sich als einem Reformatorzulegt, der mehr gethan habe als Luther und Calvin.Jenes hat einige Wahrheit in sich, nur daß freylichVoltaire zwar der Vertheidiger, aber nicht der Er-finder der Duldung seyn kann. Sie war das Werkder Nothwendigkeit, bey den aus verschiedenen Re-ligionen sich vereinigenden niederländischen Staaten,fie stieg unterm K. Wilhelm zur Vollkommenheit, eheV. gebohren war. Tue Stevens hat er nicht geret-tet, fie entflohen, fanden bey der Republik BernSchutz und Unterhalt, und indessen kam die Abscheu-kichkeit der Calassischen Geschichte an den Tag. Allzusichtbar ist es, daß V- eigentlich die Duldung derFreygeister zur Absicht hat, und wie in Swifts Jo-hann dem guten Martin seinen Freybrief stehlen will.Ein Voltaire, der das alte Testament auf alle Weiseverdächtig und selbst lächerlich macht, der sich nichtgcscheuet hat, des Heilandes Weissagungen als un-erfüllt auszugeben; der das andere Leben blos alseine ehrliche Hypothese annimmt; der endlich in den
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Albrechts von Haller ... Tagebuch seiner Beobachtungen über Schriftsteller und über sich selbst : zur Karakteristik der Philosophie und Religion dieses Mannes
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