Buch 
Albrechts von Haller ... Tagebuch seiner Beobachtungen über Schriftsteller und über sich selbst : zur Karakteristik der Philosophie und Religion dieses Mannes
Entstehung
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unverständlichen, und gröstenchcils unbedeutendenUeberreste der Ritterzeiten durchgelcsen haben; wirhätten nicht zu zwanzig Seiten Geduld gehabt, sounerträglich widersinnig, kindisch aufgeblasen undkalt metaphorisch sind durchgchends diese Troubadours;der Entrüstung zu geschweige», den ihre unzüchtigeFrechheiten, und die höchst verdorbene Sitten,lehre vieler derselben erwecken müssen. Die Arbeitdes Hrn. M. hat auch nicht gehindert, daß das voruns liegende Buch nicht sehr trocken, und für weitdie meisten Leser völlig gleichgültig geblieben sey.Die kleinen historischen Umstände alter Geschlechtersind für sehr wenige Leser interessant, und das einzige,was noch die Troubadours leidlich macht, ist die Schil«derung der Sitten des i4ten und deS folgenden Jahr-hunderts. So wenig als die Homerischen Heldensich Liebe und Hochachtung erwerben, so wenig ge-winnen auch die Ritter dabev, daß sie bekannt wer-den. Ihre Liebe war nur allzu oft nichts wenigerals platonisch, ihre Verschwendung hielt sie in be-ständigem Mangel, und zwang sie durch die unanstän-digsten Mittel, die nöthigen Gelder zu suchen, womitsie ihre Pracht bestreitcn konnten; selbst der Straßen-raub war ihnen nicht zu niedrig. Ihre Religion warder elendeste Aberglauben, und bestund mehrenthcilsin einem Kreuzzuge, und in der Unterwerfung unteralle Befehle Roms. Hin und wieder treten dochLeute unter diesen Dichtern auf, die den Verfolgungs-