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Bey allen diesen Aehnlichkeiten blieb zwischen unseine grosse Ungleichheit. Eine der Ursachen bestundin der Lebensart. Unser Herr v. Hagedorn war voneinem fröhlichen Gemüthe, er trank ein Glas Wein,und genoß der freundschaftlichen Freuden des Lebens.Ich hingegen sagte im neunzehnten Jahre meines Al«tcrs dem Wein ab, ob mir wohl Horazens Fluchnicht unbekannt war; aber es schien mir erträglicher,keine zur Nachwelt durchdringende Verse zu machen,als einem unaufhörlichen Kopfwebe unterworfen zuseyn. Hieraus folgte, daß ich mich den lustigen Ge-sellschaften entzog, und mein Vergnügen bey einemstillen Theetifche, oder bey den Büchern suchte.
Hieraus entstund ein grosser Unterschied im gan-zen Tone unsrer Poesie. Der Hr. von Hagedorn dich-tete Lieder, darum er die Liebe indem Wein besang,und die die ersten waren, die man in Deutschlandden Liedern der Franzosen an die Seite setzen durfte.Mir gestel nichts über den verliebten Baurcnkerl, undwie viel munterer würde noch das Gemählde seyn,wenn der geschickte Dichter in einem Lande gelebthatte, wo Freyheit und Ueberfluß den Landmannbelebt.
Aber die Frölrchkeit und die Kenntniß der Weltbreitet über alle Gedichte, auch über die Lehrgedichtemeines Freundes, eine Heiterkeit aus, wodurch ersich dem Horaz nähert, und den Boilcau übertrifft.Mit dem Pope hat er eine grosse Aehnlichkeit in der