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Ernst, der sich von Hagedorns Munterkeit unendlichunterscheidete.
Ich kenne ein einziges Gedicht meines Freundes,daß ein in etwas trauriges Gefühl zeigt, und dochläuft es endlich rn eine Art von Lächerlichkeit hin-aus; es ist die dankbare Liebe eines Sohns gegenseine Mutter.
Ein anderer Vorzug des Hrn. von Hagedorn wardie Kenntniß der Sprache. Er lebte in Deutschland,und war von seiner Jugend an im reinen Deutschenerzogen. Hier konnte ich ihn nicht erreichen; inmeinem Vaterlande, jenseits den Gränzen des deut-schen Reichs, sprechen selbst die Gelehrtesten in einersehr unreinen Mundart; wir haben auch in unfernsymbolischen Büchern, und in den Staatsfchrifcenandre Deklinationen, andre Wortfügungen. DieseUnarten mußte ich nach und nach ablegen, und dameine anderweitigen Arbeiten mir nicht zuließen,meine Stunden auf die Muttersprache zu wenden;so blieb mir allemal eine gewisse Armuth im Aus-drucke , die ich schon damals am besten fühlte, wennich mich gegen die Leichtigkeit des Günthers verglich.Manchen Gedanken lähmte mir der Zwang der Spra-che; manchen andern drükte ich mit einem unvermeid-lichen Verluste an der Reinigkeit, und an dem leichtenSchwünge des Verses aus.
Mein Freund blieb dabey ein Dichter; und hattedaneben keine beschwerliche Arbeit. Er laswas