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Albrechts von Haller ... Tagebuch seiner Beobachtungen über Schriftsteller und über sich selbst : zur Karakteristik der Philosophie und Religion dieses Mannes
Entstehung
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Hingegen dichtete der Herr v. Hagedorn bis assseinen zwar frühen Tod, der schon An. 17;;. einfiel;und dennoch ist mein poetisches Leben noch kürzer ge-wesen; denn nach 1748. finde ich kaum vier neue Sei-ten in meinen Gedichten. Beyde haben wir glücklichzu der Zeit geschwiegen, da die Natur nicht mehrredet, und die gedämpfte Einbildung der Vernunftkeine Zierde mehr verleihet.

Der Herr von Hagedorn hat sehr witzige Dingegeschrieben, und es ist mir nicht begreiflich, wie manihm diesen Ruhm absprechen kann. Er konnte miteinem Worte den Kontrast zweyer Begriffe aus-zeichnen.

So hündisch liebet nichtder Wanduhr gleich giebt das Gewichtihm Mäste. u. s f.

Gemählde der Natur hat er sparsam und allemalauf der moralischen Seite gegeben. Man ist überihren Werth noch nicht einig. Aber wie unnachahm-lich hat Birgst gemahlt. Jedem »»beseelten Dingegab eit ein Leben, einen Adel, den ihm niemandgegeben hätte. Ich habe mehr gemahlt, zumalWerke der Natur; das kann man nicht, lese ich ir-gendwo. Es ist wahr, Merlin giebt mit dem Pin-sel einen Begriff i^on einem Staubbache, der auchfür ein Kind sinnlich ist. Aber die Poesie mahlt,waö kein Pinsel mahlen kann; Eigenschaften andrer

Sinne