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Der Hr. v. Voltaire hat diesen Punkt gar zu weitgetrieben. Er will die französische Sprache einschrän-ken , die so nöthig hätte noch mehr erweitert zu werden.Die Vollkommenheit einer Sprache in Ansehung derWissenschaften besteht allerdings darinn, so viel ver-schiedene Wörter zu haben, als verschiedene Begriffesind. Mein die Begriffe eines gesitteten Volks ver-mehren sich täglich. Welche erstaunliche Menge vonBegriffen hat man nicht feit hundert Jahren erlangt?Die Naturlehre, die Naturgeschichte, die Zergliede-rungskunst/ die Kräuterkunde/ die Künste und Hand«werke haben uns eine unendliche Menge neuer Begriffegeliefert: der Umgang und die Verfeinerung der Höfeselbst das Verderbniß drS Herzens haben andereBegriffe ausgebildet. Wie soll man diese Begriffebehandeln , wenn Worte fehlen, dieselben auszu-drücken.
Man erlaube mir mich bey dieser Gelegenheitmit aller Lebhaftigkeit eines Menschenfreundes überdie falsche Ehrbegicrde zu beklagen, die alle Völkervon Europa je mehr und mehr einnimmt. Man hatte,über Künste und Wissenschaften zu schreiben, die Latei-nische Sprache; die in alle Wege reicher ist, als dieGemische die aus derselben entstanden sind. Nunvernachläßigt man eine so zahlreiche, an vortrefflichenSchriftstellern so reiche Sprache , und dieß bloß, umin einer eingeschränkten halbstummen Mundart zu