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Albrechts von Haller ... Tagebuch seiner Beobachtungen über Schriftsteller und über sich selbst : zur Karakteristik der Philosophie und Religion dieses Mannes
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ein Dichter könne naif, witzig und allerliebst schreiben,«nd dabey um desto schädlicher seyn, je mehrere Gabener hat, seine gefährlichen Bilder einnehmend zu machen.So denken wir von dem unnachahmlichen la Fontaine.Die Triebe der Natur sind so stark, daß man widerdie ersten Grundsätze der Sittenlehre handelt, wennman dieselbe durch reizende Gemälde noch mehr auf»weckt; und der Nachahmung würdig das Leben vor-zustellen, das man in dem Schoße einer öffentlichenBeyschläferinn zubringt, ist ein Rath, von dem wirwünschen, daß er weder unsern Kindern, noch unsernFreunden, noch dem ganzen menschlichen Geschlecht«gegeben werde. (1770. S. 1129.)

XVI. Bey Beurtheilung eines Dichters sollte mannicht so vielen Werth auf die poetische Schildereycn sin,licher Dinge setzen; die ein Mahler auch in seiner Ge-walt hat; man sollte mehr die moralische Schildereycnbetrachten, wodurch sich der Dichter weit über denMahler erhebt. (1771. S. 107.)

XVII. Wenn der Lobredner in seinem Styl die Blu-men gar zu reichlich verschwendet, und eine so deut-liche Gesinnung äufstrk, seinen Mann in allem undauf das gefliffenste zu loben, so scheint dies uns dasMittel, den Leser vielmehr wider den Redner undHeld einzunehmen, und ihm alles verdächtig zu ma-chen , was mit so mühsamer Begierde zu rühmen vor-getragen wird. 8implex munäiuis ! ist bey der Schön-heit , der Wohlredenheit und Dichtkunst was am mei-sten gefällt. (! 749 - S. 14z. )