D'Alembert sagt die französische Tragödie solltemehr Thätigkeit und minder Worte haben. Aberwir glaube» sie sollte vorzüglich die theatralische Sit-tenlehre verlassen, die auf die ritterlichen Romanegegründet, und nicht die Sittenlehre der Menschenist. (Zug- l?74. S- i->2.)
II. Die Franzosen vertragen nicht leicht einSchauspiel in ungebundener Rede; selbst der Gei»zige fiel, weil er nicht in Reimen war; und dochist der Reim für das Lustspiel, das Gemälde der ge-meinen Natur, fast zu künstlich, und er zieht sehrviele Schwachheiten nach sich, davon auch Mokierewimmelt, und die von der ungebundenen Rede weg-bleiben würden. — — Die geschwinden Antworten,die in Engclland sehr gemein sind, dünken uns ge-zwungen , und verrathen die Kunst allzusehr. Inder Schreibart ist der Deutsche mehrenkheils soschwülstig als der Britte, iz Eh noch der junge Tagauf Hermons Höhen glänzt." rc.*) (1772.^1247.)
III. Wir finden die Komödie in Frankreich, vor.züglich auch beym Moliere, so lasterhaft, daß wirden Widerwillen der Geistlichkeit nicht tadeln können.Der Betrug wird fast in allen Stücken gerühmt, unddie Einfalt derjenigen lächerlich gemacht, die ihmnicht widerstehen können. Des Iourdains Freunddünkt uns zehnmal unwürdiger, als der elende Iour»dain , der sich auf die unwahrscheinlichste Weise zum
*) Cronek.
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