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Albrechts von Haller ... Tagebuch seiner Beobachtungen über Schriftsteller und über sich selbst : zur Karakteristik der Philosophie und Religion dieses Mannes
Entstehung
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wenn man die niedrigen und verdorbenen Triebeabgelegt hat. — Ich versehe mich also nichtdurch eine blosse Erkenntniß, durch Wehklagenund Wünsche fertig werden zu können; die Bc-rcuung und das Bekenntniß Jesu, muß freylichdamit verbunden seyn ; aber um mit ihm zu le-ben, müssen wir gut seyn; müssen wir nothwen-dig, biß auf einen gewissen Grad ihm ähnlichwerden, und das sagt die Offenbarung!ry. Sept. Mit dem annähernden Winter, nehmenmeine Leiden zu. Mein Uebel reizt insbesonderemeine Ungeduld. So gewiß allerdings der Leibhierin» einen grossen Einfluß hat, so gewiß istes auch , das ein Christ, der alles was ihm ge-schiehet, von seines Vaters liebreichen Händenempfängt, niemals zur Ungeduld verleitet wer-den sollte. Sündlich ist eS also allerdings, nichtzu wollen was Gott will, ungebcrdig sich anzu-stellen , wenn sein Wille gegen unsern Willendurchdriugt. Elend ist diese Frucht der Leiden,die uns im Gegentheile von unsrer Abhängigkeitvon Gott überzeugen, täglich uns lehren sollte,nicht nur unser Schicksal als unwiederstehlichanzusehen, wie die Heiden thaten, sondern wieein Christ, sie mit kindlicher Ergebenheit aufzu-nehmen ; und das Leiden durch Geduld zumGlücke zu veredeln. Und wie kann uns die Ewig-i. keit tröstlich werden, als durch unser Vertrauen