daß man doch noch eher beten kann, wenn mangesund ist, als wen» Krankheit den Unmuch her-gerufen hat, und das Gemüthe in cim m heim,lichen Aufruhr unausgesprochene Klagen führt.O so laß mich doch, mein Gott, in dieser Stundemit mehrerer Heiterkeit dich anrufen, dir für dieerzeigte Gnade danken, aber dabey vornemlichdie vielen Sünden meines Lebens demüthig ab-dicken. Jetzt fühle ich es nicht recht entwickelt,aber ich habe es gefühlt, und es ist nichts umdesto minder wahr, wenn schon mein Gefühldavon nicht so schmerzhaft, die Verzweiflungnicht so groß ist, es ist wahr, ich habe die Un-gnade Gottes tausendfach verdienet — denn eswar wider mein besseres Wissen, daß ich michtäglich den Sünden überließ. — Die Entschul-digung meiner natürlichen Verdorbenheit undSchwachheit kann vor dir, o Gott nicht zurei-chend seyn, denn du wurdest mir deine Gnadezur Ueberwindung der Versuchungen nicht abge-schlagen haben, wenn ich sie mit demüthigen»Gebet gesucht hatte. Aber im Taumel der Lustumnebelte mein Gemüth die Vorstellung von derUnüberwindlichkeit der Versuchungen, und diestrafbare Hoffnung künftiger Begnadigung. Wel-che Niederträchtigkeit, einerseits vorschlich dasthun, was Gott mißfällt, und dann sich schmei-cheln, er werde es vergeben, sobald wir nicht
zuletzt gesucht
- Noch keine Suchworte
Letzte Trefferliste
Die letzte Trefferliste besteht aus Ihrer letzten Suche, samt Filter- und Sucheinstellungen.
AnzeigenSchliessen
Buch
Albrechts von Haller ... Tagebuch seiner Beobachtungen über Schriftsteller und über sich selbst : zur Karakteristik der Philosophie und Religion dieses Mannes
JPEG-Download
verfügbare Breiten