die es beschützen wollte. Die Vorzüge der Keusch-heit waren dem männlichen Geschlechte unbekannt;man weiß des Cato heillosen Rath, die Vergötterungder Flora, und die Schauspiele der Römer, das Volkschämte sich ihrer, und konnte sie dennoch nicht ent-behren. Ein Antonin selbst hielt seine Beyschläferin.Die Trunkenheit wurde so wenig, als der Geiz, fürein Laster angesehen; der jüngere Cato hat die ersteredurch sein Beyspiel, der ältere durch seine Lehren,den Geiz rühmlich gemacht. Der Selbstmord wareine erlaubte Freylassung, die man sich selber gab,und der übertriebenste Ehrgeiz ward nicht nur eine- Heldentugend, sondern eine Mutter der Helden. DieEitelkeit und der Eigenruhm waren, auch beyden be-sten Römern, allgemein; der Brief des Cicero anden Lnccejus ist ein immerwährender Beweis, wieweit sich auch philosophische und gutgesinnte Männerhierum vergessen können, und die Münzen sind ewigeZeugnisse der Ruhmsucht der Römer. Die grau-same Aufopferung der gefangenen Fechter, die eineder vornehmsten Belustigungen des Volkes, sogarbey den Mahlzeiten, war; die Aussetzung der Kinder,die man selbst in den vornehmsten Geschlechtern, umkeinen neuen Aufwand zu machen, dem Tode über-ließ; die Knechtschaft; sind lauter gegen die Menschen-liebe streitende Verbrechen, und Merkmale einer all-gemeinen Härte. Kur;, es bleibt von allen den römi-
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