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Bilderatlas zur Geschichte der Deutschen Nationallitteratur : eine Ergänzung zu jeder Deutschen Litteraturgeschichte : enthaltend 1675 Abbildungen / von Dr. Gustav Könnecke
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Deutsche Sprachforscher und Literarhistoriker.

Konrad Geßner (15161565); Franciscus Junius (15891677); Justus Georg Schottelius (16121676).

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Konrad Geßner.

Nvch Borlage von Iö6l gezeichnet von Chr. Maurer, geschnitten von Ludw. Fing. Nach dem Exeniplareder Züricher Stadtbibliothek. Die Umrahmung ist fortgelassen; verkleinert.

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Franciscus Junius

Kupferstich von Jakob von der Heydeu. Ausschnitt, verkleinert.

Konrad Geßner, der erste Gelehrte,welcher sprachvergleichende Versuche machte,geb. in Zürich 26. März 1516. Als Ler-nender und Lehrer hat er, bevor er 1541 inZürich Professor der Naturgeschichte wurde,in der Schweiz, im Elsaß, in Frankreichwechselnden Aufenthalt genommen; Theolo-gie, klassische und orientalische Sprachen,Naturwissenschaften und Medicin warenGegenstand seiner eifrigsten Studien. Erstarb in Zürich den 13. December 1565.Geßners Polyhistorische Thätigkeit auf denGebieten der Naturwissenschaften und deralten Sprachen ist eine erstaunlich erfolg-reiche und fruchtbare. Für uns wichtig istsein :Ultimiclates, sive äe ciitkersntiis lin-Anarnnr . . ." (1555). Den . Pfarrer JosuaMaaler (Liotorinch von Eglau regte er zudemOiotionarinrn dernmnioo latinuni"(1561) an, wozu er auch die Vorrede schrieb.Geßner ahnte die Bedeutung der älterenDeutschen Sprachstämme, von deren Litte-ratur er allerdings nur Bruchstücke kannte.Eine von ihm beabsichtigte Ausgabe desOtfried" kam nicht zu Stande.

Justus Georg Schottelius, derbedeutendste Deutsche Grammatiker desXVII.Jahrhunderts, geb. zu Einbeck 1612. Er stu-dierte 16331636 in Leyden Rechtswissen-schaft, daneben auch die schönen Wissenschaf-ten, namentlich unter Daniel Heinsius. Nach-dem er noch 16361638 in Wittenberg stu-diert hatte, wurde er 1638 Erzieher AntonUlrichs von Braunschweig (siehe Seite 137),stieg im Braunschweigischen Staatsdienste biszum Kammer- und Consistorialrathe, starb zuWolfenbüttel 1676 (25.Oct.?, begraben den23. Nov. 1676). Seit 1642 war er als derSuchende" Mitglied der FruchtbringendenGesellschaft (siehe Seite 118 und 119) undseit 1646 alsFontano" Mitglied der Peg-nitzschäfer (siehe Seite 126). Grammatika-lische Schriften, Hauptwerk:Ausführ-liche Arbeit von der Teutschen Haupt-Sprache" (1663).Teutsche Sprachkunst"(1641);Der Teutschen Sprach Einleitung"(1643);Horrencknm dslluin KranrnmtiealsTtzntoiiunr" (1673);Kurtze und gründlicheAnleitung zu der Recht-Schreibung . . ."(1676);Teutsche Vers- oder Reimkunst"(1656). Andere Schriften:IminentatioOernianias" (1640);FruchtbringenderLust-garten. . ." (1647);Neu erfundenes Freu-den-Spiel" (1648);Jesu Christi NamensEhr" (1666);Eigentliche... Vorstellung desjüngsten Gerichts" (1668);Vorstellung derewigen Seligkeit" (1673);Harinonia gna-tuor DvanMlistarnM" (1675);Vorstellungder Hölle" (1678).

Justus Georg Schottelius.

Nach Originalphotographie des im Besitze der Schottelius'schen Familie befindlichen gleichzeitigenOriginal-Ölgemäldes umgezeichnet.

Franciscus Junius, der JakobGrimm des XVII. Jahrhunderts, geb. zuHeidelberg 1589. Schon 1592 gieng seinVater nach Leyden; als dieser 1602 starb,erzog den jungen Franciscus namentlichsein Schwager, der berühmte PhilologeGerhard Bossius. Nachdem er in LeydenTheologie und Philologie studiert, war er1617-1619 Pfarrer in Hellegonsberg. Sei-ner Pfarrei entsetzt, gieng er 1620 nach Pa-ris und von da als Erzieher beim GrafenArundel nach England. Später (seit 1641?)war er Erzieher beim Grafen von Oxford,war mit seinem Zöglinge in der Zeit 1642,16441646 wieder in den Niederlanden,kehrte 1651 aus England zu dauerndemAufenthalte nach Amsterdam und dem Haagzurück und lebte ganz seinen germanistischenStudien, derentwegen er sogar zwei Jahresich in einigen Westfriesischen Dörfern aus-hielt, wo noch altfriesisch gesprochen wurde.1675 kehrte er, im 87. Jahre seines Lebens,wieder nach England (Oxford) zurück undstarb auf einem Landgute in der Nähe vonWindsor bei seinem Neffen Jsaac Vossiusden 19. November a. St. (29. n. St.) 1677.Franciscus Junius ist der erste Heraus-geber des 6oäex ai'gmcktzu» des Ulfilas(siehe Seite 2), welchen sein Neffe JsaacVossius 1654 aus Stockholm mitbrachte.Von der Herausgabe des Ulfilas datierteine neue Epoche der Sprachforschung. DieAusgabe erschien 1665 als:Hnatnor I).X. I68n OllriAi Lümn§e1iornra Vermonesxerantignas cknae dotlliea «oll. 6tXn§1o-8axonioa" (letztere besorgte ThomasMareschall; das gothische Glossar ist vonFranciscus Junius). Außerdem gab Ju-nius heraus:Ob86rvatioii68 in IVilleimmi... Laraxllramn. .." (1655). Ebenso wich-tig wie seine Ausgaben ist aber sein litte-rarischer Nachlaß, welcher sich auf derBodlejana in Oxford befindet, namentlichfür die etymologischen Arbeiten des nächstenJahrhunderts. Auf diesem Nachlasse beruhennamentlich: 1. dasIllznnoloAionin Xn§11-onm" von E. Lye (1743), 2. derTlls-8aurn8 iinAuaruni vetsrurn 86pt6ntriona-Unm" von George Hickes (1705). Nach1830 gab Jacob Grimm aus diesem Nach-lasse 26 Altdeutsche Hymnen heraus; dieVorrede zu dieser Ausgabe ist die größteWürdigung der gelehrten Forschungen desFr. Junius.

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