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Deutsche Sprachforscher und Literarhistoriker.
George Friedrich Beneke ( 1762 — 1844 ); Andreas Schmeller ( 1785 — 1852 ); Rasmus Rask ( 1787 — 1832 ); Franz Bopp ( 1791 — 1867 ).
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George Friedrich Benecke.
Radierung von Ludwig Grimm 1823. Verkleinerter Ausschnitt.
Andreas Schmeller.
Lithographie nach dem 1849 von I. Bernhard gemalten Olbilde. Aus dem Werke: Zoh. Nicklas, „JohannAndreas Schmeller", München 1885, Rieger'sche Universitätsbnchhandlung. Umgezeichnet.
George Friedrich Benecke, geb. 10. Juni 1762 zu Mönchsroth im Ottingen-schen. In Göttingen studierte er unter Hegne Philologie (seit 1780), gieng 1789 andie dortige Bibliothek, wurde 1805 außerordentlicher, 1814 ordentlicher Professor, 1829Bibliothekar, 1836 Oberbibliothekar, starb zu Göttingen den 21. August 1844. — Erwar der erste, welcher Germanistische Vorlesungen an einer Deutschen Universität hielt.Bei seinen Ausgaben mittelhochdeutscher Schriftsteller suchte er zuerst die bei der kritischenBehandlung der Texte altklassischer Schriftsteller angewendeten Grundsätze einzuführen;er verfaßte die ersten brauchbaren mittelhochdeutschen Wörterbücher, welche die Geschichteund Bedeutung eines Wortes wissenschaftlich feststellen wollen. — Ausgaben: „Beiträgezur Kenntnis der altdeutschen Sprache und Litteratur" (I. 1810, II. 1832). — „DerEdelstein getihtet von Bonerius" (1816, mit Wörterbuch); „Wigalois, der Ritter mitdem Rade, getihtet den Wirnt von Gravenberch, nebst Anmerkungen und Wörterbuch,erster Druck" (1819); „Jwein, der Ritter mit dem Lewen" (zusammen mit Lach-mann 1827, 1843); „Wörterbuch zu Hartmanns Jwein" (1833). — Das große„Mittelhochdeutsche Wörterbuch", vollendet von Müller und Zarncke, ist von ihm be-gründet. (
Johann Andreas Schmeller, geb. 6. August 1785 zu Tirschenreuth in der Ober-pfalz in ärmlichsten Verhältnissen. Vorgebildet auf den Gymnasien zu Jngolstadt undMünchen, versucht er 1804 bei Pestalozzi anzukommen, nimmt 1804 Spanische Kriegsdienste,wird Lehrer der Regimentsschule zu Tarragona, ist 1806—1808 Director einer nach Pesta-lozzis Grundsätzen eingerichteten Schule in Madrid, dann Lehrer bei Pestalozzi in Uverdonund bis 1813 Leiter einer Privatschule in Basel. 1814 war er Oberlieutenant in BaierischenDiensten, machte 1815 den Feldzug mit, wurde vorn König Ludwig I. zur Erforschung derheimischen Dialecte unterstützt, erhielt 1827 die Stelle eines Lehrers am Münchener Cadetten-corps, wurde 1828 außerordentlicher Professor der altdeutschen Sprache und Litteratur inMünchen, 1829 erster Custos der dortigen Hof- und Staatsbibliothek, 1834 auch ordentlicherProfessor. Am 27.Juli 1852 starb er in München an der Cholera. — Hauptwerk: „Bayeri-sches Wörterbuch" (1827—1837). — Ausgaben: „Heliand" (1830, 1840); „Muspilli"(1832); „Tatian" (1841); „LarminaLuraiia," (1847); „Lateinische Gedichte des X. und XI.Jahrhunderts" (1838, mit Jacob Grimm). — Eine wissenschaftliche Leistung ersten Rangesist auch sein (Angedruckter) Katalog der Deutschen Handschriften der Münchener Bibliothek(gedruckt im Auszuge als Band V und VI des OntaIc>§ii8 Ooäioum bibl. reg-. Non. 1866).
Rasmus Rask.
Kupferstich vor seiner Ausgabe der „Edda" ( 1818 ). Umgezeichnet.
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Franz Bopp, neben Rask und Jacob Grimmder Begründer der wissenschaftlichen Sprachver-gleichung, geb. 14. September 1791 zu Mainz, stu-dierte seit 1812 orientalische Sprachen, namentlichSanskrit, in Paris, setzte seit 1817 seine Studien inLondon fort, wurde 1821 Professor der orientalischenLitteratur und allgemeinen Sprachkunde in Berlin, woer den 23. October 1867 starb. — Hier sei in ersterLinie dasjenige Werk genannt, mit welchem Boppdie wissenschaftliche Sprachvergleichung begründete:„Über das Conjugationssystem der Sanskritsprache,in Vergleichung mit jenem der griechischen, lateinischen,persischen und germanistischen Sprache" (1816). —„Ausführliches Lehrgebäude der Sanskrita-Sprache"(1824—1827), „Kritische Grammatik der Sanskrita-Sprache in kürzerer Fassung" (1834); „VergleichendeGrammatik des Sanskrit, Zend, Griechischen, Lateini-schen, Lithauischen, Gothischen und Deutschen" (1833).
Rasmus Christian Rask, einer der Schöpferder vergleichenden Sprachkunde, geb. 22. November1787 zu Braendekilde auf der Insel Fühnen. 1807studierte er in Kopenhagen, wurde 1812 Custos ander Kopenhagener Bibliothek, machte seit 1816—1823,um Material für seine sprachvergleichenden Arbeitenzu erhalten, große Reisen durch Schweden, Island,Finnland, Rußland und Centralasien, erhielt nach lan-gem Warten 1829 eine Stelle als erster Universitäts-bibliothekar und Professor für morgenländische Spra-chen und Litteraturen in Kopenhagen, erlag aberdaselbst schon am 14. November 1832 der Schwind-sucht. — Von seinen vielen epochemachenden Arbeitenaus dem Gebiete der vergleichenden Sprachkunde seihier nur die eine, die Germanischen Sprachen ammeisten berührende wichtige Schrift genannt: „Ilncler-söZelss om cket Aanile XorcliAo oller IslancUlro8xrc>§8 Oyriiiäel^ (1818: „Untersuchungen überden Ursprung der alten nordischen oder isländischenSprachen").
Franz Bopp.
Holzschnitt von A. Neumann nach einer Originalphotographie. („Leipziger Illu-strierte Zeitung", Nr. 1195 vom 26. Mai 1866.) Verkleinerter Ausschnitt.
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