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Bilderatlas zur Geschichte der Deutschen Nationallitteratur : eine Ergänzung zu jeder Deutschen Litteraturgeschichte : enthaltend 1675 Abbildungen / von Dr. Gustav Könnecke
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Deutsche Sprachforscher und Literarhistoriker.

Karl Lachmann (1793-1851); August Koberstein (17971870); Heinrich Hoffmann von Fallersleben (17981874).

Karl Lachmann.

Nach H. Biows Lichtbilde gestochen bon A. Teichel. Verkleinerter Ausschnitt.

August Karl Kober-stein, geb. 10. Januar1797 in Rügenwalde inPommern, studierte seit1816 in Berlin, kam 1820als Adjunct an die Lan-desschule Pforte, wurde1824 daselbst Professor,stieg bis zum ersten Pro-fessor, mußte 1870 seineLehrtätigkeit wegenKränklichkeit aufgeben, zognach Kösen, wo er am8. März 1870 starb.Hauptwerk:Grundrißzur Geschichte der Deut-schen Nationalliiteratur.Zum Gebrauch auf Ge-lehrten-Schulen" (1827;vierte Auflage 1847 bis1866 in drei Bänden,fünfte Auflage beendet1873 von Bartsch, fünfBände).Über daswahrscheinliche Alter unddie Bedeutung des Ge-dichtes vom Wartburg-kriege" (1823);Laut-und Flexionslehre derMittel- und neuhochdeut-schen Sprache in ihrenGrundzügen" (1862).Koberstein eroberte demStudium der älteren D eut-schen Grammatik und Lit-teratur eine Stellung imGymnasialunterrichte:eine Errungenschaft, wel-che unsere Gymnasien lei-der größtentheils wiederaufzugeben gezwungenwurden.

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August Koberstein.

Holzschnitt noch einer Photographie. (Leipziger Illustrierte Zeitung. Nr. 1400 vom30. April 1870.) Verkleinerter Ausschnitt.

Karl Konrad Friedrich Wilhelm Lachmann, der Begründer der klaren kri-tischen Methode der Behandlung deutscher Texte, ist geb. 4. März 1793 zu Braun-schweig, studierte 1809 in Leipzig Theologie, hörte auch bei Gottfried Hermann. Seitdem Wintersemester 1809 setzte er seine philologischen Studien in Göttingen nament-lich bei Heyne fort, bei Benecke hörte er Englische und Altdeutsche Collegien. 1815machte er das Ende des Feldzugs mit, habilitierte sich 1816 in Berlin mit der Schrift:Über die ursprüngliche Gestalt des Gedichtes von der Nibelungen Noth". Ohne inBerlin Vorlesungen gehalten zu haben übernahm er 1816 die Stelle eines Oberlehrersam IViäorioiaunui zu Königsberg, wo er 1818 zum außerordentlichen Universitäts-professor ernannt wurde. 1825 erfolgte sein Ruf nach Berlin als außerordentlicherProfessor der klassischen und deutschen Philologie, 1827 wurde er ordentlicher Professordaselbst. Er starb dort 13. März 1851 an einer Beinoperation. Deutsche Ausgaben:Mitarbeit an (Rudolf von Eins)Barlaam und Josaphat", herausgegeben vonR. Köpke (1818);Auswahl aus hochdeutschen Dichtern des XIII. Jahrhunderts"

(1818);Jwein, der Ritter mit dem Lewen, von Hartmann von Aue" (1827, zu-sammen mit Benecke, welcher die erklärenden Anmerkungen verfaßte). Mit dieserAusgabe beginnt die Epoche der kritischen Bearbeitungen altdeutscherTexte überhaupt:Walther von der Vogelweide" (1827);Wolframvon Eschenbach" (1833);Ülrich von Lichtenstein" (1841, mit Erklärungen vonKarajan),Lessing" (18381840). Ausgaben des Nibelungenliedes (der Nibe-lungenlieder) und Abhandlungen über dasselbe (dieselben):Über die ursprünglicheGestalt des Gedichtes von der Nibelungen Noth" (1816);Der Nibelnnge Not mitder Klage in der ältesten Gestalt mit den Abweichungen der gemeinen Lerart"(1826, 1841, 1851 u. ö.);Kritik und Sage von den Nibelungen" (1829);Zuden Nibelungen und zur,Klage" (1836);Über Singen der Sagen" (1836).Andere Abhandlungen:Über Althochdeutsche Betonung und Versknnst"(1834, grundlegendes Werk),Über das Hildebrandslied" (1833). KleinereSchriften, zwei Bände (1876).

Aug. Heinrich Hoff-mann (von Fallers-leben), geb. den 2. April1798 in Fallersleben inHannover, durch JacobGrimm 1818 für die Ger-manistik gewonnen, 1819Bibliothekssecretär inBonn, 1821 aus Studien-reise in Holland, 1823Custos der Central-Bi-bliothek in Breslau (bis1838), 1830 auch außer-ordentlicher, 1835 ordent-licher Professor der Deut-schen Sprache und Litte-ratur daselbst, wurde 1842in Folge seiner politischenGedichte aus dem Staats-dienste entlassen, führteein Wanderleben, welchesmit seinem Aufenthalte inWeimar (seit 1854) ab-schloß. Seit 1860 war erBibliothekar des HerzogsVictor von Ratibor zuCorvey, wo er den 19. Ja-nuar 1874 starb.Althochdeutsche Glossen"(1826);Williram",(1827);Fundgruben fürGeschichte deutscher Spra-che und Litteratur" (I.

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1830, II. 1837);HornsdolAioae" (zwölf Bände,18301862);Geschichtedes Deutschen Kirchen-liedes bis auf Luther"(1832, 1854);ReineckeBoß" (1834);Meri-garto" (1834);Alt-deutsche Blätter" (I., II.1837 1840 zusammenmit Haupt);Das Lud-wigslied" (in LIon. L1-nononsin 1837);Ver-zeichnis der altdeutschenHandschriften der k. k.Hofbibliothek zu Wien"(1841);Die DeutschenGesellschaftslieder desXVI. und XVII. Jahr-hunderts" (1844);Theo-philus" (1853, 1854);Weimarisches Jahrbuchfür Deutsche Sprache, Lit-teratur und Kunst" (sechsBände, 18541857, zu-sammen mit O. Schade);Findlinge" (1860);Tu-nicius" (1870).Diedeutsche Philologie imGrundriß" (1836). Hoff-mauns eigene Dichtungensiehe Seite 289.

Heinrich Hoffmann von Fallersleben.

Holzschnitt nach einer Originakptzotographie. (Leipziger Illustrierte Zeitung", Band 40, Seite 276.)