IX. Jahrhundert
11 -H
Prosa, Dichtungen
„Straßburger Eide" (842); „Muspilli" (um 860?); „Ludwigslied" (881).
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Abdruck und wörtliche Übersetzung der „Straßburger Eide".
In §od68 miima luä in tties ellristraiies lolollos inä unser
Aus Gottes Liebe und zu des christlichen Volkes und unser
öodiioro §6liltiii.88i, Ion tiieseino da§6 Irammordss, 80 Iram 80
beider Heile, von diesem Tage vorwärts, so fort wenn
inir §ot §6ivi/6i indi madli lurZibit, 80 iiaid ick tssnn miiiaii
mir Gott Verstand und Macht giebt, so halte ich diesen meinen
bruodimr, 8080 man mit relitn sirniii örnöer soai, in tiiintiia/Brnder, als man mit Recht seinen Bruder soll, damit
er mi§ so soma, duo indi mit Untieren in noiieinin tiiinA
er mir so ebenso thue und mit Lothar in keine Sachen
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N6ASKLNAO, /Ü6^ minaii tvillon imo oo seadüeii tvsriren.
nicht eingehe, welche (mit) meinem Willen ihm zn Schaden werden.
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«. b. Die Straßburger Eide vorn 14 . Februar 842 .
Aus Buch III, 6ax. 5 von NIthards vier Büchern Geschichte (lri-ttoriarurn libri IV), Handschrift Nr. 9768(konäs latin) der Nationalbibliothek zu Paris, IX. Jahrhundert. — Ludwig der Deutsche und Karl derKahle halten sich am 14. Februar 842 bei Straßburg mit ihren Heeren vereinigt, um gegen ihren BruderLothar ein Bündnis zu schließen. Zuerst beschwor Ludwig das Bündnis in Romanischer, Karl wiederholteden Eid in Deutscher Sprache (hier unter a wiedergegeben). Den zweiten (unter b) mitgetheilten Bündnis-eid schwor Karls Heer. — Auch beide Romanische Eide sind durch Nithard erhalten. — Der Dialect istOberfränkisch. (Müllenhoff und Scherer, Denkmäler UXVII.)
Obs, La-ri tiieu ei 6, ttiou er sineiio öiaiodiier Imdinnvi§6
Wenn Karl den Eid, den er seinem Bruder Ludwig
A68V01', ASlsistit,schwur, hält,
iiidi Imdimivi§
111111 Il61'1'0
, 1Ü6I1
6i' imo
A68V01H
und
Ludwig
mein Herr,
den
er ihm
schwur,
loi'lnWollit: oll
iii
ill-111 68
imvoiidoii
Il6lllg§,
iioii
ill iioii
bricht: wenn
ich
ihn davon
abwenden
nicht kann, noch^
ich noch
ttisro iioiiiieiii,
tll6I1
iii 68
ii'ivomlsii
Illllss,
iviäliai'
Llll'lo
deren irgendeiner,
den
ich davon
abwenden
wider (gegen) Karl
imo 66 loiinsti
116
ivii-dliit.
ihm zn Hilfe
nicht
wird.
i siehe Grimm bei Pertz A. 6. b. 8. 8. II. 666, Anm. ? h, h ; dann weder ich, noch ... zu Hülse wird.
«-4^7 77 ^ 5^77?771
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Abdruck und wörtliche Übersetzung des Stückes aus dem Gedichte „Muspilli".
ßsückm
I, darum
ist dmdt militiil
ist Bedürfnis großes
alioro niaimo iveliliemo, l du/ in es sin mimt ürisxniie,
aller Menschen jeglichem, I daß ihn dazu sein Sinn antreibe,
Ein Stück aus dem Gedichte „Muspilli".
Den Namen „Muspilli", „Weltbraud" erhielt dieses Gedicht von seinem ersten Herausgeber Schmeller(1832). Es ist in das jetzt in München befindliche <6im 21 ) Buch (eine Rede des heil. Augustin) ein-geschrieben, welches Bischof Adelram von Salzburg (erwählt 821, gestorben 836) dem Könige Ludwig demDeutschen (j- 876) widmete. Die Schriftzüge verrathen eine wenig im Schreiben geübte Hand. Man nimmtan, daß König Ludwig selbst das Gedicht eingetragen habe. Das Gedicht ist in allitterierenden Versen ab-gefaßt und nur bruchstückweise erhalten; es beschreibt den Weltuntergang und das jüngste Gericht. Dadie christlichen Vorstellungen im „Muspilli" überwiegend sind und es in dieser Form wohl kaum vor derMitte des IX. Jahrhunderts niedergeschrieben ist, so ist es erst hier und nicht schon bei den anderen indie heidnische Zeit hineinragenden Liedern (Hildebrandslied, Wessobrunner Gebet, Merseburgcr Sprüche)eingereiht. (Müllenhoff und Scherer, Denkmäler III.)
da/
6i- Irot68 iviiimi
il 61 'I 10 tiio
daß
er Gottes Willen
gerne thue
6iiti
Iiolill luir
Iini'to ivi86,
und
(der) Hölle Feuer
streng vermeide,
P6llll68 piiill;
dar piutit
der
sataiia/
altist Iiei/zaii
laue.
des Peches (der Hölle) Pein;
da bietet
der
Satan
(der) uralte, heiße
Lohe.
ü!^'. c u.v
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Die ersten vier Zeilen des „Ludwigsliedes".
Nach dem auf der Stadtbibliothek zu Balenciennes befindlichen Originale (Handschrift 143, Seite 143 Y. — Das „Ludwigslied" besingt den Sieg welchenLudwig III. Kömg von Westsranken über die Normannen bei Saucourt am 3. August 881 davontrug. (Müllenhoff und Scherer, Denkmäler XI.)
Abdruck und wörtliche Übersetzung des Anfangs vorn „Ludwigsliede".
üitiimus IWutoiimus do xiao momoriao klliiävioo i'6§6, Wo Hluclvioi noMe re§is.
Deutsches Lied von weiland König Ludwig, dem Sohne Ludwigs (welcher) gleichfalls König (war).
1 Dinaii imiiiii§ ivei/ iii,
Einen König weiß ich,
til6r § 61-110 §odo tllioiiot.
der gerne Gotte dienet.
Will ivartli Ü 61 - latorlos,
(als) Kind ward er vaterlos,
llei/sit iier HIiidvi§,
(er) heißt Herr Ludwig,
iii ivei/ llsr iiiros lonot.
Ich weiß, er ihm es lohnt.
tll68 IVlll'til illlO 8 AI' imo/:dafür ward ihm alsbald Entgelt:
iioioda inaii truiitiii, ma§ae/o§o ivartll lisr sin.
(es) holte ihn (der) Herr, Knabenzieher (Erzieher) ward er sein.
5 §ai> Iiei- imo dii§idi, kronise §itüi§iiii.
gab er ihm Tugend (Tapferkeit), herrliche Dienerschaft.
? König Ludwig III. war Leim Tode seines Vaters Ludwigs des Stammlers, j-10. April 879,14—16 Jahre alt. ^