<z> 83
X VI. Jahrhundert, Anfänge der Reformation.
Ulrich von Hütten (1488—1522)/Nikolaus Manuel (1484—1530).
Polemik.
MMM
W«;
WSS
MÄH
ElAmttttvbed hm Vlnchs von Hütten.-
EIJch Habs gewagt mit stnnen Werwals ob ichs werd rechenvnd trag des nochkamrew Grat schon rmlauff
Maglch mr dran gewömcn So setz ich drauff
nochmässman spüre» trerv kNÄssganoderbrechen
Dar mit ich man»
mr aim all«» mich zu trösten
lVen man es wolt erkennen Mit gutem gwissen hab
dem land ^gät D as kainer von den dosten
Mte wol man thüt Mir ecrmag brechen ab
am pfasfm ftyndtmich nenne Noch sagen das
Vffamigmass
Ova lass ich yedenliegm Ich anders sey gegangen
vnd reden was er wri Oan Erm nach
Hetwarhait ich g^chwigen Hab dyse fach
Mir werm hulder vll In gütem angefangen
Nun hab ichs gfagr
Bindrmnbverragt ^N>il nun yr selbs mt ratm
Das klag ich allen frummm Dyss frnmme Nation
wie wol noch ich Irs schadens sich ergatten
Nitweyterflcich Als ich vermanet han
Vrleychr werd wyd kämen. Go rst mir la vd
Hiemitichschayd
Vmb gnad wil ich mr bieten IVrl mengen dass dre karten
BynvnuetzagtIch Habs gewagt
Vnd wil des ends erwart«.
El^b da mir nach thüt denck«Der «Lurtisänen kstArn Hertz last sich nit krenckenDas rechter maymmg istJchwaisnochvilwölnauchyns fpilVnd soltms drüber sterbenAufflandssknechtgütVnd reuttcrs müt
Last Hütten mt verderben.
<l<§cttucktymIar.XXI.
Die wcyllch bm sn schultIch her das recht gelitte«So hmdert vngednltDas man mich nitNach altem sitZü ghör hat kummen lassenVilcycht wilsgotVnndwingt sie notZä handle» discr Massen
^Nun ist ossr diser gleychenGeschehen auch hie vorDas ainervonden revchenAingätesspilverlorVsstgrosserstamVonfmrcklmkam
»
Ulrich von Hütten.
Holzschnitt, welcher zuerst 1521 in seinem „Gesprächbiichlein" verwendet ist.
Nikolaus Manuel(genannt Deutsch, Ale-mann), Maler, geb. um1484 in Bern, bis 1522dem litterarischen undpolitischen Leben fern,seiner Kunst lebend, ver-faßte er die 1522 in Bernaufgeführten polemi-schen, gegen die katho-lische Kirche gerichtetenFastnachtspiele: „VornPabst und der Priester-schaft" (dieTodtenfresser)und „Von Pabsts undChristi Gegensatz" (ge-druckt 1524); 1528 Mit-glied des kleinen Rathesund des kirchlichen re-formatorischen Chorge-richtes, starb zu Bern20. April 1530. SeinevolksmäßigensatyrischenSchriften „Ablaßkrä-mer" (Schauspiel, 1525),„Barbeli" (Gespräch,1526), „Ecks und FabersBadenfahrt" (Spottlied,1526), „Krankheit undTestament der Messe"(Dialog, 1528) leistetender Einführung derReformation wesentlicheDienste; sein „ElsliTragdenknaben oder dasChorgericht" (1530) isteine Perle volksthüm-licher Lustspieldichtnng;„Klagred der armenGötzen" (1528) wendetsich auch gegen Verderbt-heit des Laienstandes.
WWW
Nikolaus Manuel.
Selbstbildnis aus seinen letzten Lebensjahren. — Nach Originalphotographie des imBerner Kunstmuseum aufbewahrten Ölgemäldes, umgezeichnet. Hier zum ersten Maleveröffentlicht. — Unterschrift ist von einem Originale im Staatsarchive zu Zürich.
11*