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Bilderatlas zur Geschichte der Deutschen Nationallitteratur : eine Ergänzung zu jeder Deutschen Litteraturgeschichte : enthaltend 1675 Abbildungen / von Dr. Gustav Könnecke
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XVI. Jahrhundert. Reformationszeit.

Hans Sachs (14941576). Ein handschriftliches Gedicht (Schluß); Bildnis (1575).

Meistergesang.

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Hans Sachs im 80. Jahre seines Alters.

Nach dem Ölbilde von Andreas Herncysen «von 1575), gestochen von Jost Amman 1576. Nach dem Exemplare des Germanischen Museums inNürnberg. Verkleinert. Die darunter gesetzten Verse sind aus dem bekannten Liede, welches Hans Puschmann, der Schüler des Hans Sachs,auf seinen alten Meister in rührender Pietät machte. Entnommen dessen Originalhandschrift in der Dresdener königlichen Bibliothek.

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In der Originalhandschrift steht Zeile 120 auf Blatt 9"; 2152 auf 9 J 53 bis85 auf 10^; 86119 auf 10J 120122 auf 11". Hieran schließt sich in derHandschrift nochDer Beschluß", d. i. die moralische Nutzanwendung. Zeit derAbfassung dieses Spruchgedichtes ist der 8. Oktober 1557.

Erklärender Abdruck des Spruchgedichtes von Hans Sachs.

Sant Petter mit der Gais.

(W)eil (A^§) noch auf erden ging Cristus,und auch mit im wandert Petrusains tags aus eim dorf mit im gingpey ainer wegschaid, Petrus anfing:

5 o herre got und maister mein,mich wundert ser der guete dein,weil du doch got almechtig pist,lest es doch gen (Fe/ren) zu aller fristin aller wett gleich wie es get (se/rk),io wie Habacuck sagt, der Prophet,fresset und gewalt get für recht,der gotlos uberforteilt schlechtmit schalkeit den ghrechten (Asnec/rksn) und frumen,auch kau kain recht zu Ende kumn ^Lon»nen),

15 du lest gen (Fö/ren) durch ainander ser,eben gleich wie die fisch im mer,da imer ainr den andern verschlint (-vM-sc/^inAk),der Pos (Löse) den gueten uberwint (ÄSsr-u-M^et),des stet es uebl an allen Enden,

20 in öbern und in nidern stenden,

da sichstu (srs/rst c?n) zu und schweigst nur stil

sam (er^s oL) kuemer dich die fach nit vilund ge (Ak/te) dich eben glat (AM-) nicht an;kunst doch als uebel unterstan (aSns/rT-en),25 wo du ernstlicher sechst (s«/re«k) dareino soll ich ain jar hergot seinund sott den gwalt haben wie du,ich woll änderst schauen darzu,fuern vil ein pesser regiment30 auf erterich durch alle stent;ich wolt steuern mit meiner hautwuecher, petrug, krieg, raub und prant,ich wolt anrichten ein ruigs (--u/rrAes) leben,der Herr sprach: Petre, sag mir eben:

35 mainst, du wolst je paßer regirn,all ding auf erd Pas (LösssJ ordiniren,die frumen schuetzn, die pösen Plagen?sant Petter thet hin wider sagen:ja, es musst in der Welt Pas sten (ste/ren),io nit also durch ainander gen (AeLen),ich wolt wol pesser ordung halten,der Herr sprach: nun, so muest verwalten,Petre, die gotlich Herschaft mein,heut den tag soltu hergot sein;

45 schaff und gepeut als was du will,sey hart, streng, guetig oder milt,gieb auf erd fluech oder den fegen,gieb schon weter, wint oder regen,du magst straffen oder pelonen,

50 plagen, schließen odr verschonen,in suma, mein gantz regimentsey heut den tag in deiner hent.

Darmit raichet der Herr sein stab,

Petro den in die hende gab.

55 Petrus war des gar wolgemuet,daucht sich der herrli(oL)keit ser guet,in dem kam her ein armes weib,plaich und gar duerr, mager von leib,parfues in aim zerissen klaid,

60 die trieb ir (r/»-e) gais hin auf die Waid.da sie nun auf die wegschaid kam,sprach sie: zi (r-ie/ch hin in gottes nam,got phuet (Le/Me) und pschuetz (Sesc/Msö) dichdas dir kain übel wider far (imer dar,

65 von wolffen oder ungewiter,

wan ich karr warlich ie nit miter (n»t <M-),ich muß gen (Aö/ren) arbeitn das tag lon,heint (<7i6S6 i^aoLt) ich surrst nicks zu essen hondahairn mit meinen klainen linden; ((LaLs)70 nun ge (se/r) hin, wo du Waid magst finden,Got der huet dein mit seiner hent.mit dem die frau widerumb wentins dorff; so ging die gais ir stras.der her zu Petro sagen was:

75 Petre, hast das gepet der armengehört? du rrruest dich ir erparmcn,weil du den tag pist hergot du,so steet dir auch pillich zu,das du die gais nembst (»re/»,resk) in dein huet,80 wie sie von herzen pitcn thuet,und pehuet sie den gantzen tagdas sie sich nit verirr im Hag,nit fall, noch mug gestolen wern ftv6,-<7e,r),

noch sie zereissn Wolfs noch pern (Lär-eTr),

85 Auf das den abent widerumb

die gais haim unpeschedigt kumb (LomMs)

der armen fraun in ir Haus;

ge (§e/r) hin und richt die fach wol aus.

Petrus nam nach des Herrn Wortso die gais in sein huet an dem ortund trieb sie in die Waid hin dan,sich fing sant Peters unru an;die gais war muetig, jung und frech,und pliebe gar nit in der nech (ÄMs),

S5 löst auf der Waide hin und wider,stieg ain perg auf, den andern niderund schloff (scMftsttö) hin und her durch die standenPetrus mit echszen (Aec/^en), plasn und schnauffnmusst imer nach drollen der gais, s(Kc/«r<rr«/en)100 parhabt (LL»-/rc«kx>krA), nue schirr die surr gar Hais,der schwais ueber sein leib abran (Le?-aL ?--Mn),mit unru verzert Jer-Lr-ac/rke) der alt manden dag pis auf den abent spat,machtlos, helig (Ae^NoAk), gantz mued und matlos die gais er widerumb haim Pracht,der Herr fach (§«/-) Petrum an und lacht,sprach: Petre, wilt mein regimentnoch lenger phaltn (Le/r«tken) in meiner ((7c»r6>-?)Petrus sprach: lieber herre mein, (hent?

rio nein wider hin den stabe dein

und dein stab, ich peger (LsAö/tt-e) mit Nichtenfort hin dein ambt mer auszurichten,ich merck, das mein waisheit kaum dockst ftartAk)das ich ain gais regiren muckst (nrö^e)ii5 mit groser angst, mue (lM/rch und arbeit;o Herr, vergieb mir mein dorheit,ich wil fort (/rrst/m-t) der regirung deinweil (cirerver?) ich leb nicht mer reden ein.der Herr sprach: Petre, das selb thu,

120 so lebstu stet in stiller ru,und vertrau mir in meine hentdas almechtige regiment.

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