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XVII. Jahrhundert, erste Hälfte. Gelehrte Sprachgesellschaften.
Die Fruchtbringende Gesellschaft (gestiftet 1617). Erstes Oberhaupt: Fürst Ludwig von Anhalt-Cöthen (1579—1650);
Mitglied: Dietrich von dem Werder (1584—1657).
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Kupferstich mit dem Symbole (Palmbaum) und dem Sinnspruche (Alles zumNutzen) der Fruchtbringenden Gesellschaft.
Titelblatt des von Mathias Merian gestochenen, 1636 von Fürst Ludwig von Anhalt herausgegebenenPrachtwerkes: „Der Fruchtbringenden Gesellschaft Nahmen, Vorhaben, Gemählden und Wörter."Erstes Hundert. Verkleinert.
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Emblem (Weizenbrod) des Nährenden (Fürsten Ludwig von Anhalt).
Blatt 2 des von ihm 1646 mit 400 Merian'schen Kupfern herausgegebenen Werkes: „Der Frucht-bringenden Gesellschaft Nahmen, Vorhaben, Gemählden und Wörter." Das unter dem Kupfer stehendeachtzollige Reimgesetz ist von ihm verfaßt, wie er auch die meisten der 400 anderen dieses Bandes ver-fertigte. — Nach dem Exemplare des Cöthener Erzschreines.
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Fürst Ludwig von Anhalt-Cöthen.
Kupferstich von Al. Böner, aus Neumarks „Der Neu-Sprofsende Teutsche Palmbanm"(1668), zu Seite 16. — Die Zahl 1617 bezieht sich auf die Aufnahme in den Orden.Unterschrift von einem Schreiben aus dem Jahre 1607.
Unterschrift seines Gesellschaftsnamens.
Aus dem Erzschreine zu Cöthen.
Ludwig, regierender Fürst von Anhalt-Cöthen, geb. 17. Juni1579 zu Dessau, erhielt sehr gelehrte Erziehung, machte zu seiner weiterenAusbildung große Reisen, wurde in Bologna Mitglied der ^eaäsiniaäslla Ornsea, starb zu Cöthen den 7. Januar (a. St.) 1650. Stifter derersten gelehrten deutschen Sprachgesellschaft, der „FruchtbringendenGesellschaft" (Palmenorden), gestiftet den 24. August 1617. Unterdem Gefellschaftsnamen „Der Nährende" war er nach dem am 11. Fe-bruar 1628 erfolgten Tode des ersten Mitstifters, Kaspar von Teutleben(des „Mehlreichen"), ihr Oberhaupt. Sitz der Gesellschaft war bei seinenLebzeiten das von ihm nach italienischem Geschmacke eingerichtete Schloßin Cöthen. Der früher dort befindliche, mit den Emblemen der Gesellschaftreich geschmückte Sitzungssaal ist jetzt dort nicht mehr vorhanden.
Unterschrist von Dietrich von dem Werder.
Eintrag Nr. 31 in das Album der Fruchtbringenden Gesellschaft des Erzschreines in Cöthenaus dem Jahre 1620.
Dietrich von dem Werder, geb. 17. Januar 1584 zu Werders-hausen, erhielt auf Veranlassung des gelehrten Landgrafen Morizvon Hessen eine sehr gelehrte Bildung in Kassel und Marburg; hessischerKammerjunker und Stallmeister, nahm 1635 anhaltische Dienste, starb alsUnterdirector der anhaltischen Landschaft in Reinsdorf 18. Dezember 1657.Eifriges Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft feit 1639 unterdem Namen „Der Vielgekörnte". Übersetzte Tassos „Befreites Jerusalem"(1620) und Ariosts „Roland" (seit 1632); gab auch eigene Gedichte heraus.