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XVII. Jahrh., Ende. XVIII. Jahrh., Anfang. Von den Schlesiern unabhängige, resp. ihnen oppositionelle Richtung.
Der Hofprediger Abraham a Sancta Clara (1644—1709); die Hofdichter Friedrich Rudolf Ludwig von Canitz (1654—1699),
Johann von Besser (1654—1729).
Abraham a Sancta Clara.
Nach der Radierung von I. H. Person, 1693. Ausschnitt. — Unterschrift voneinem Protokolle aus dem Jahre 1695, im Besitze des Herrn Karl Geibek.
Johann Ulrich Megerlin (Megerle), bekanntals Schriftsteller unter seinem Klosternamen Abrahama Sancta Clara, getauft 23. Juni 1644 in Kreen-heimstetten bei Moßkirch in Baden, starb als kaiserlicherHofprediger in Wien, 1. Dezember 1709. Bolksthüm-licher, oft ans Burleske streifender Kanzelredner und frucht-barer Schriftsteller. Hauptschrift: „Judas der Erzschelm"(1686 —1695); „Hup und Pfuy der Welt" (1680);„Merks Wien!" (1680); die Türkenschrift „Auf, auf IhrChristen!" (1683) gab für Schiller Anregung zu seinerKapuzinerpredigt in „Wallensteins Lager".
Friedrich Rudolf Ludwig Freiherr vonCanitz, geb. 27. November (a. St.) 1654 zu Berlin,starb als kurfürstlich brandenburgischer wirklicher ge-heimer Rath in Berlin, 11. August (a. St.) 1699.Hofdichter, nicht ohne Formgewandtheit, Einfachheit undTiefe; Richtung Boileaus. Seine „Gedichte" zuerst1700 in Berlin gesammelt herausgegeben (von JoachimLange).
Johann von Besser, geb. 8. Mai (a. St.) 1654zu Frauenberg in Kurland, erst am kurbranden-burgischen, resp. königlich preußischen Hofe, wo er es biszum Oberceremonienmeister und geheimen Rathe brachte,1690 geadelt, fiel 1717 in Ungnade, ging an den kur-sächsischen Hof nach Dresden, wo er am 11. Februar1729 als geheimer Kriegsrath, Ceremonienmeister undJntrodukteur der Gesandten starb. Hofdichter, dessen Ge-dichte in Inhalt und Form den prunkvollen, galanten Höfen,an denen er diente, entsprachen. „Schriften" gesammeltvon dem Hofdichter Johann Ulrich König (1732).
Johann von Besser.
Bildnis ans seiner Berliner Zeit, gest. von Bernigroth. Ausschnitt. — Unterschrift von einerQuittung aus dem Jahre 1721, im Besitze des Herrn Karl Geibel.
Friedrich Rudolf Ludwig von Canitz.
Nach dem Gemälde von A. Clerck, gest. von S. Blesendorf. Gering verkleinerter Ausschnitt. — Unterschrift von seinemBestallungsreverse zum wirklichen geheimen Rathe aus dem Jahre 1697. Original im geheimen Staatsarchiv zu Berlin.