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Bilderatlas zur Geschichte der Deutschen Nationallitteratur : eine Ergänzung zu jeder Deutschen Litteraturgeschichte : enthaltend 1675 Abbildungen / von Dr. Gustav Könnecke
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XVIII. Jahrhunderts erste Hälfte. Englische und französische Richtung.

Albrecht von Haller (17081777), Friedrich von Hagedorn (17081754), Christian Ludwig Liscow (17011760).

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Albrecht von Haller.

Kupferstich von P. F. Tardieu (1757) nach dem Gemälde von E. I. Handmann. Verkleinerter Ausschnitt.

Albrecht von Haller, geb. 8. October 1708 in Bern, studierte seit 1728 inTübingen Medicin, setzte 1725 seine Studien in Leyden, London, Paris, Basel fort,wurde 1729 Arzt in seiner Vaterstadt und 1736 an der neu gegründeten UniversitätGöttingen Professor der Anatomie, Medicin, Botanik und Chirurgie. 1749 wurde ergeadelt, kehrte 1753 von Bern nicht wieder nach Göttingen zurück, übernahm die Stelleeines Directors der eidgenössischen Salzwerke zu Röche und das Amt eines Landvogteszu Aelen bis 1764 ; seitdem war er wieder in Bern, wo er, in verschiedenen Verwal-tungszweigen thätig, den 12. Dezember 1777 starb. Hier interessiert uns Haller nichtals der bedeutendste Naturforscher seiner Zeit und der Schöpfer der wissenschaftlichenPhysiologie, auch nicht als der Verfasser der 17711774 erschienenen lehrhaftenStaatsromane, sondern als Dichter derAlpen". Dieses beschreibende Gedicht wurde1729 auf einer Schweizerreise entworfen und zuerst 1732 in seinemVersuch Schweize-rischer Gedichte" gedruckt; es ist die erste großartige beschreibende Naturschilderung, vongroßem Einflüsse auf die Zeitgenossen. Ferner seien erwähnt seine didaktischen, tief-ernsten Gedichte:Über den Ursprung des Übels",Über die Ewigkeit" und seine,wahrem Gefühl entsprosseneTrauerrede beim Absterben seiner geliebten Gattin Ma-rianne" (seiner ersten Frau, Marianne geb. Wyß, gest. 1736 in Göttingen).

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Titel der ersten Ausgabe von HallersSchweizerischen Gedichten" (1732),worin zuerst seineAlpen" gedruckt sind.

Nach dem Exemplare der Dresdener Bibliothek.

Friedrich von Hagedorn.

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Kupferstich von I. Canale nach dem Gemälde von B. Denner (1744). Ausschnitt.

Friedrich von Hagedorn, geb. zu Hamburg 23. April 1708, studierte seit1726 in Jena die Rechte, war 17291731 Privatsecretär des dänischen Gesandtenvon Söhlenthal in London, seit 1733 Secretär bei dem englischen Courth in Ham-burg, und starb daselbst 28. October 1754. Er folgte französischen Mustern, derenLeichtigkeit der Form aus seinen Liedern, Fabeln und Erzählungen spricht.Ver-such einiger Gedichte oder Erlesene Proben Poetischer Neben-Stunden" (1729),Versuch in poetischen Fabeln und Erzehlungen" (1738),Sammlung neuer Odenund Lieder" (1747),Moralische Gedichte" (1750). SeinJohann der muntereSeifensieder" ist unter seinen Erzählungen,Das Hühnchen und der Diamant"unter seinen Fabeln am bekanntesten geblieben. '

Christian Ludwig Liscow.

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Kupferstich von Pfenniger aus MeistersCharakteristik deutscher Dichter . . ." (1783). Ausschuitt.Unterschrist aus einer Acte des königl. sächsischen Hauptstaatsarchivs in Dresden.

Christian Ludwig Liscow, (geb.26.?) getauft 29.April 1701 zuWitten-burg in Mecklenburg, studierte in Rostock (1718) und Jena (1721) die Rechte, war dannauf Reisen und in verschiedenen Privatstellungen, bis er 1740 preußischer Legations-secretär wurde. 1741 erhielt er die Stelle eines Secretärs des Grafen Brüht in Dres-den, wurde 1745 königl. polnischer und kurfürstlich sächsischer Kriegsrath, ward 1750im April von seiner Stellung entlassen, nachdem er Ende December 1749 wegen freierÄußerungen über die Verwaltung des Grafen Brüht eingekerkert war. Er starb inBerg bei Eilenburg, einem Gute seiner Frau, den 30. October 1760, am Schreib-tische vom Schlagflusse getroffen. Liscows scharfe Satyren wandten sich namentlichgegendie albernen Scribenten, als das den Helikon beunruhigende Ungeziefer", undauch gegen Gottscheds Werke:Sammlung Satyrischer und Ernsthafter Schriften"(1739, zwei Ausgaben dieses Jahres). Die Satyre:Die Vortrefflichkeit und Noth-wendigkeit der elenden Scribenten gründlich erwiesen" (1734) ist dem Titel nach diebekannteste geblieben. In neuerer Zeit ist er alsLessing vor Lessing" arg überschätzt.

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