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XVIII. Jahrhundert, zweites Drittel. Die Bremer Beiträger.
Johann Mas Schlegel (1718—1749), Johann Adolf Schlegel (1721—1793), Johann Arnold Ebert (1723—1795),
Johann Friedrich von Cronegk (1731—1758).
Neue Beyträge
zum
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Verstandes «nd Witzes.
Vierter Band, viertes und fünftes Stuck.
Bremm und Leipzig,Verlegts Nathanael Saurmann.r/48.
Titel des vierten und fünften Stückes des vierten Bandes der „Bremer-Beiträge" von 1748, desjenigen Stückes, in welchem zuerst die ersten dreiGesänge von Klopstocks „Messias" erschienen.
Die „Bremer Beiträge" erschienen von 1745—1759. Sie sind das Parteiorgan der Antigottschedianer;Gottscheds Anhänger hatten die von Johann Joachim Schwabe redigierten „Belustigungen des Ver-standes und Witzes" (1741 ff.) zum Organe, zu weichem Gellert, die Schlegel, Uz, Rabener, ZachariäAnfangs auch Beiträge geliefert hatten. Sie fielen jedoch von Gottsched ab. Der Plan zu den „Bre-mer Beiträgen" gieng von Gärtner, Rabener und Cramer aus; Mtstius, I. A. Schlegel, Ebert,Zachariä, Gellert traten hinzu; von nicht in Leipzig wohnhaften Schriftstellern gehören zu den„Beitrügen!" namentlich Klopstock, Ramler, Kleist, Gleim.
Johann Adolf Schlegel.
Kupferstich von Nhlemann nach Zeichnung von C. Rehbergin. Ausschnitt.
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Johann Adolf Schlegel (Bruder des Johann Ellas, Vater der Ro-mantiker Friedrich und August Wilhelm), geb. 18. September 1721 in Meißen,erzogen in Pforta (seit 1735), studierte seit 1741 in Leipzig Theologie, 1751 Dia-conus in Pforta, 1754 Pastor und Gymnasialprofessor in Zerbst, 1759 Pastor inHannover, starb daselbst als Consistorialrath und General-Superintendent den16. September 1793. Er ist als Dichter geistlicher Gesänge bekannt geworden,welche seit 1766 gesammelt erschienen. Ferner gab er heraus: „Fabeln und Er-zählungen" (1769), „Vermischte Gedichte" (1787—1789). Auch übersetzte er vonBattenx: „Einschränkung der schönen Künste aus einen Grundsatz" (1751).
Johann Ellas Schlegel, der Dramatiker, geb. 28. Januar 1718 zuMeißen, war seit 1733 auf der Schule in Pforta, wo er schon Dramen dichtete, stu-dierte seit 1739 in Leipzig Rechtswissenschaft und schöne Wissenschaften, war 1743 Pri-vatsecretür des sächsischen Gesandten in Kopenhagen, 1748 außerordentlicher Pro-fessor an der Ritterakademie in Soröe, wo er den 13. August 1749 (a. St.) starb.Schiller nennt ihn einen der geistreichsten Dichter unseres Vaterlandes; Lessing lobtsein prosaisches Lustspiel „Der Triumph der guten Frau", während er den „Geschäf-tigen Müßiggänger" (gleichfalls prosaisches Lustspiel), arg mitnimmt. Sein Trauer-spiel „Kanut" gilt für sein bestes. Bedeutend ist seine Schrift „Gedanken zur Aufnahmeder dänischen Theater" (1747); er war auch der erste, welcher Shakespeare verständniß-voll in Deutschland würdigte. Bild von I. A. Schlegel ist unbekannt.
Johann Arnold Ebert.
MB
Johann Arnold Ebert, geb. 8. Februar 1723 in Hamburg, erzogen aufdem dortigen Johanneum, wo Basedow sein Mitschüler war, gab, nachdem er dieSchule absolviert, Sprachunterricht und wurde mit Hagedorn vertraut. 1743 bezog erdie Universität Leipzig, um Theologie zu studieren, gab sich jedoch bald nur schön-wissenschaftlichen Studien hin. Hier trat er mit den Bremer Beiträgeru in Beziehung.1748 wurde er Hofmeister, dann Lehrer am Carolinum in Braunschweig, 1753 Pro-fessor an demselben, 1775 Canonicus am Cyriäcusstifte, 1780 Hofrath, und starb da-selbst den 19. März 1795. Litterarisch am einflußreichsten waren unter seinen Über-setzungen aus dem Englischen die Übersetzung von „Dr. Eduard Aoungs Klagenoder Nachtgedankeu" (1760 ff.). Seine „Episteln und vermischte Gedichte" erschienengesammelt 1789 ff. Seine Verse sind leicht, correct und anmuthig. — Bekannt istseine Freundschaft zu Klopstock, welche dieser in der Ode „An Ebert" feiert.
Kupferstich von I. M. Bernigroth (1760). Ausschnitt.
Johann Friedrich Reichssreiherr von Cronegk, geb. 2. September1731 in Ansbach, studierte in Halle und Leipzig Jurisprudenz, trat hier mitGellert und den Bremer Beiträgern in Verbindung, 1754 ansbachischer Hofrath,starb 1. Januar 1758 auf einer Reise in Nürnberg. Am bekanntesten ist desjung verstorbenen Dichters Trauerspiel „Kodrus" (1757), mit dem er den vonNicolai ausgesetzten Preis über Brawes „Freygeist" davontrug.