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XVIII. Jahrhundert, zweites Drittel. Die Bremer Beitragen
Gottlieb Wilhelm Rabener (1714—1771), Justus Wilhelm Zachariä (1726—1777).
Justus Friedrich Wilhelm Zachariä, (geb. 1.) getauft 11. Mai 1726zu Frankeuhausen am Kyffhäuser. Erzogen in seiner Vaterstadt, bezog er 1743die Universität Leipzig, um Rechtswissenschaft zu studieren, war 1747 Privatdocentfür Dichtkunst und Litteratur in Göttingen, 1748 Lehrer am Carolinum in Braun-schweig, 1761 Professor der schönen Wissenschaften an demselben, erhielt ein Ca-nonicat des Ciryacistiftes und starb daselbst den 31. Januar 1777. Zachariäs Namehat sich durch sein komisches Heldengedicht „Der Renommist" (zuerst gedruckt inSchwabes „Belustigungen des Verstandes und Witzes", 1744) erhalten; vonseinen Zeitgenossen wurde sein späteres jetzt vergessenes komisches Heldengedicht
„(Kater) Murner in der Hölle" (1757) gleichfalls sehr geschätzt. Seine „Scherz-haften epischen Poesien nebst einigen Oden und Liedern" (1754) enthalten unteranderem die Heldengedichte: Phaeton, Das Schnupftuch, Die Verwandlungen. Zuerwähnen sind noch seine „Fabeln und Erzählungen in Burkhard Waldis Manier"(1771). In seinen Sammlungen „Auserlesene Stücke der besten deutschen Dichtervon Opitz bis auf gegenwärtige Zeiten" (1766—1771) hat er sich das Verdiensterworben, auf die älteren Dichter des XVII. Jahrhunderts seine Zeitgenossenwieder hingewiesen zu haben.
Gottlieb Wilhelm Rabener, geb. 17. September 1714 zu Wachsnbei Leipzig, mit Gellert auf der Fürstenschule in Meißen, studierte 1734—1736 inLeipzig Rechtswissenschaft, wurde 1741 Steuerrevisor, 1753 Steuersecretär, 1768Obersteuerrath in Dresden, wo er den 22. März 1771 starb. Humaner, wohl-wollender Satyriker, welcher namentlich die Verhältnisse des Mittelstandes zumGegenstände seines Witzes machte. Seine „Satyrischen Schriften" erschienen ge-sammelt seit 1751; einzelne waren vorher in Schwabes „Belustigungen des Ver-standes und Witzes" und in den „Bremer Beiträgen" gedruckt.
Justus Wilhelm Zachariä.
Kupferstich von F. Kanke (1759). Oben abgekürzt.
Gottlieb Wilhelm Rabener.
Kupferstich von I. F. Banse nach dem Gemälde von Anton Grafs. Ausschnitt.
Kupferstich zu Zachariäs „Renommist" von A. Beck.
Ans Seite 3 von „Scherzhafte Epische Poesien nebst einigen Oden und Liedern", Brannschweigund Hildesheim (ohne Jahr). Borrede datiert vom i. Mai 1754.
Allegorischer Kupferstich vom Titel des vierten Theiles von Rabeners„Satyren", Leipzig 1755.
Gestochen von Bermgroth (1755) nach Zeichnung von P. Hutiu.