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Bilderatlas zur Geschichte der Deutschen Nationallitteratur : eine Ergänzung zu jeder Deutschen Litteraturgeschichte : enthaltend 1675 Abbildungen / von Dr. Gustav Könnecke
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XVIII. Jahrhundert, zweite Hälfte. Bardengesang. Parodistische Satyre.

Barden: Johann Kosmas Michael Denis (17291800), Heinrich Wilhelm Gerstenberg (17371823), Karl Friedrich Kretschmann (17381809).

Parodistische Satyre: Johannes Aloisius Blumauer (17551798).

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Michael Denis.

Gemalt 1790 von C. Caspar, gestochen 1792 von Cl. Kohl. Ausschnitt.

Johann Kosmas Michael Denis, geb. 27. Sep-tember 1729 zu Schärding, seit 1747 in Wien dem Jesuiten-orden ungehörig, war Lehrer am Jesuitengymnasium zu Grazund Klagenfurt, Prediger in Preßburg, 1759 Lehrer an derRitterakademie in Wien und Bibliothekar der GarellischenBibliothek, welch letztere Stelle er nach Aufhebung des Ordens(1773) weiter bekleidete. 1784 wurde er zweiter, 1791 ersterCustos an der k. k. Hofbibliothek und Hofrath, als welcherer den 29. September 1800 in Wienstarb. Brieflicher Ver-kehr mit Klopstock veranlaßten seine Übersetzung Ossians inHexametern:Die Gedichte Ossians" (1768, 1769);DieLieder Sineds des Barden" (1773);Ossians und SinedsLieder" (1784, 1785). Denis war auch bedeutender Biblio-graph.

Wilhelm von Gerstenberg.

Kupferstich von Schreyer. Verkleinerter Ausschnitt.

Heinrich Wilhelm von Gerstenberg, (geb. 3.)getauft 6. Januar 1737 zu Tondern, studierte in Jena Rechts-wissenschaft und erhielt hier durch dieDeutsche Gesellschaft",sowie in Leipzig durch Gellert und Weiße Anregung zurDichtkunst. 17631768 war er in dänischen Militärdienstenund hatte Klopstock in Kopenhagen kennen gelernt. Im dä-nischen Civildienste, dem er mit längerer Unterbrechung an-gehörte, war er 17851812 Director des Lotto in Altona,wo er am 1. November 1823 starb. Zur Bardenpoesie ge-hören seineGedichte eines Skalden" (1766). Vorher hatteer nach dem Muster der AnakreontikerTändeleien" heraus-gegeben. Bon großer Wirkung, namentlich auf die Stürmerund Dränger, war sein TrauerspielUgolino" (1768).

Karl Friedrich Kretschmann.

Gestochen von Fr. Volt 1804.

Karl Friedrich Kretschmann, geb. 4. December1738 zu Zittau, studierte in Wittenberg seit 1757 die Rechteund schöne Wissenschaften, wurde Advocat in seiner Vaterstadt,war 1774 dortiger Gerichtsactuar, trat 1797 in den Ruhe-stand und starb daselbst den 10. Januar 1809. Er nanntesichRingulph der Barde". Bardengesänge erschienenvon ihm:Der Gesang Ringulphs des Barden, als Varus ge-schlagen war" (1769),Der Barde an dem Grabe des Majorsvon Kleist" (1770),Zu Gellerts Gedächtnisse" (1770),DieKlage Ringulphs des Barden" (1771),Die Jägerei", bar-dische Idylle (1771). Außer diesen bardischen Gedichten ver-faßte er noch Sinngedichte, Dramen, Romane.

Johannes Aloisius Blumauer.

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Eigenhändiges Stammbuchblatt nnt seiner Silhouette aus den: Jahre 1782. Aus der Sammlung desHerrn Kammerherrn von Donop in Frankfurt a. M.

Johannes Aloisius Blumauer, geb. am 22. (21.?) December 1755zu Steyr in Oberösterreich, trat 1772 in das Jesuitencollegium zu Wien. Als1773 der Jesuitenorden aufgelöst wurde, ertheilte er Privatunterricht, war 1781bis 1793 Büchercensor, von da bis kurz vor seinem den 16. März 1798 in Wienerfolgten Tode Buchhändler. Seine ParodieVirgils Aeneis, oder Abenteuer desfrommen Helden Aeneas" (17841788), enthaltend die ersten neun Bücher, hatfeinen Namen berühmt gemacht und findet noch heute viele Leser. Sie veranlaßteauch Schillers edle Übersetzung einiger Bücher der Aeneis.

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Venus, begleitet von Amor in Uniform, Der fromme Held Aeneas trügt seinen grei-macht dem auf seinem Wolkenstuhle thro- sen Vater Priamus huckepack aus dem bren-nenden Jupiter eine Visite, um ihn für ihren nenden Troja, begleitet von seinem Sohne

Sohn Aeneas gegen Junos Intriguen zu Ascanius und seiner Gattin Kreusa.interpellieren.

Zwei Kupferstiche von Chodowiecki zu BlumauerS ParodierterAeneis". Aus dem königl. großbritanu.histor.-genealog. Kalender für 1790. Engelmaun, Chodow. 611, 3, 6.

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