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Bilderatlas zur Geschichte der Deutschen Nationallitteratur : eine Ergänzung zu jeder Deutschen Litteraturgeschichte : enthaltend 1675 Abbildungen / von Dr. Gustav Könnecke
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XVIII.XIX. Jahrhundert.

Roman: v. Bentzel-Sternau (1767-1849); Satyre: Weber (1767-1832); Drama: v. Collin (1772-1811); Geistl. Dicht.: Krummacher (1767-1845).

Adolf Friedrich Krummacher.

Anonymer Kupferstich aus dem Werke von A. W. Möller:Friedr. Ad. Krummacher und seineFreunde". Bremen 1849. Ausschnitt.

Adolf Friedrich Krummacher, der Parabeldichter, getauft 22. Juli1767 zu Tecklenburg, studierte 1786 in Lingen, seit 1787 in Halle Theologie,wurde Hauslehrer in Bremen, 1790 Gymnasiallehrer in Hamm, 1793 Rector derStadtschule in Mörs, 1800 Professor der Theologie in Duisburg, 1807 Pfarrerin Kettwig a. d. Ruhr, 1812 Anhaltischer Consistoriälrath, Generalsuperintendentund Oberprediger in Bernburg, 1824 ?a8tor primarins an der Ansgarikirche inBremen, wo er den 4. April 1845 starb. Schriften:Parabeln" (1806);Apo-loget: und Paramythien" (1809);Die Kinderwelt" (1806).

Heinrich Joseph von Collin.

Gemalt von Lange, gestochen von John. Ausschnitt.

Heinrich Joseph von Collin, geb. 26. December 1772 in Wien, stu-dierte seit 1790 in Wien Rechtswissenschaft, trat 1795 in den österreichischenStaatsdienst, wurde 1803 geadelt, 1804 Hofsecretär, 1809 Hofrath der Credit-hofcommission, starb zu Wien den 28. Juli 1811. Seine bedeutendsten Dramensind:Regulus", Tragödie in 5 Akten (1802) undCoriolan" (1804). Von denübrigen ist hervorzuheben:Polyxena" (1804);Bianca della Porta" (1808).Seine patriotischenLandwehrlieder" (1809) waren in Österreich populär. SeineBalladeKaiser Max auf der Martinswaud" ist Allgemeingut geworden.

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Christian Franz Ernst Joseph Graf von Bentzel-Sternau.

Gemalt von Grafs 1793, gestochen von Nordheim. Ausschnitt.

Christian Franz Ernst Joseph Graf von Bentzel-Sternau,geb. 9. April 1767 in Mainz, brachte es in Kurmainzischen Staatsdienstenbis zum geheimen Staatsrathe in Regensburg (1803), gieng 1806 in BadischeDienste als Director der General-Studiencommission und wurde 1810 Oberhof-gerichts-Präsident in Mannheim. 1812 war er Staats- und Finanzministerdes Großherzogthums Frankfurt bis zu dessen Auflösung 1813. Seitdem lebteer als Privatmann, trat den 19. August 1827 zur protestantischen Kirche über,starb den 13. August 1849 auf seinem Landgute Mariahalden (am Züricher See,Gemeinde Erlenbach), wo er seit 1818 wohnte. Unter seinen satyrischen Romanenist der bedeutendste:Das goldene Kalb" (18021804); andere Romane:Dersteinerne Gast" (1808);Der alte Adam" (1819). Von seinen übrigen zahlreichenSchriften seien hervorgehoben:Pygmäen Briefe" (1808);Gespräche im Laby-rinth" (1805, 1806). Er verfaßte auch zahlreiche Dramen, u. a.Der Geist vonCanossa" (1839).

Karl Julius Weber.

Gezeichnet von Mena 1811, gestochen von C. Deis. Umgezeichnet.

Karl Julius Weber, geb. 21. April 1767 zu Langenburg (Jagstkreisin Würtemberg), studierte 17851788 Rechtswissenschaft in Erlangen, begannan der Hohenlohischen Kanzlei seiner Vaterstadt die Beamteulaufbahn, studierte1789 nochmals in Göttingen, war 1790, 1791 Erzieher in der Schweiz, 1792Privatsecretär des Grafen von Erbach, bis 1802 in Erbachischen Verwaltungs-diensten, 18021804 gräfl. Jsenburg-Büdingischer Erzieher und Reisebegleiter,erhielt den Titel eines Jsenburgischen Hof- und Regierungsrathes, lebte dannals Privatmann, zuletzt in Kupferzell, wo er den 19. Juli 1832 starb. Webersschriftstellerischer Ruhm gründete sich auf das noch jetzt viel gelesene, erst nachseinem Tode (1832-1840) herausgegebene Sammelwerk:Demokritos, oder hinter-lassene Papiere eines lachenden Philosophen". Von seinen anderen Schriftenist die bekannteste:Deutschland, oder Briefe eines in Deutschland reisendenDeutschen" (18261828).

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