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Bilderatlas zur Geschichte der Deutschen Nationallitteratur : eine Ergänzung zu jeder Deutschen Litteraturgeschichte : enthaltend 1675 Abbildungen / von Dr. Gustav Könnecke
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XIX. Jahrhundert, erste Hälfte. Romantische Schule, Schicksalstragödie.

Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorss (17881857), Ernst Theodor Amadeus Hoffmann (17761822),

Friedrich Ludwig Zacharias Werner (17681823), Amadeus Gottfried Adolf Müllner (17741829).

Hoffmann und fein Freund,der Schauspieler Ludwig De-vrient (geb. 1784, gest. 1832),am Weintische bei Luther undWegener in Berlin.

Federzeichnung Hoffmanns unter einemBriefe, worin er ihn zum Besuche jenerdurch ihn berühmt gewordenen Weinstubeauffordert. Original in der Sammlungdes Herrn K. Geibel in Leipzig.

Joseph Freiherr von Eichendorss.

Nach Oriqinalphotoqraphie der im Besitze einer seiner Töchter befindlichen Zeichnung, welche von derFamilie für das beste Bild des Dichters erklärt wird.

Joseph Karl Benedikt Freiherr v. Eichendorss, geb. 10. März 1788auf Schloß Lubowitz bei Ratibor, wo er auch seine Erziehung genoß, bis er 1801auf das katholische Gymnasium in Breslau kam, das er 1804 absolvierte. 1805,1806 studierte er in Halle die Rechte, 1807, 1808 setzte er seine Studien in Heidel-berg fort, wo er mit Arnim, Brentano, Görres nahe bekannt wurde. Nach längerenReisen lebte er auf dem väterlichen Schlosse, wo viele seiner Lieder entstanden.1809 war er in Berlin, wo er Fichte hörte. 18101813 lebte er in Wien, tratbei Beginn des Befreiungskrieges in die Preußische Armee und 1816 als Referendarbei der Regierung in Breslau in den Preußischen Staatsdienst, war 1819 Hilfs-arbeiter im Cultusministerium in Berlin, 1820 katholischer Schulrath in Dauzig,1821 Regierungsrath daselbst, 1824 Oberpräsidialrath in Königsberg, 1831 Rathim Cultusministerium zu Berlin, trat 1844 wegen Differenzen mit dem Mini-sterium Eichhorn in Ruhestand, lebte bis 1846 in Danzig, wohin er schon 1843committiert war, um über die Marienburg zu schreiben. Seitdem privatisierte erin Wien, Berlin, Cöthen, Dresden, war von 18501855 wieder in Berlin undSommers auf seinem Gute Seldnitz im Kuhländchen; seit 1855 wohnte er in demLandhause St. Rochus bei Neisse, wo er den 26. November 1857 starb. Roman:Ahnung und Gegenwart" (1815). Novellen:Das Marmorbild" (1819);Ausdem Leben eines Taugenichts" (1826);Dichter und ihre Gesellen" (1834).Übersetzungen:Geistliche Schauspiele von Don Pedro Calderon de la Barca" (1846,1853, 11 Stücke). Von seinen innigen, stimmungsvollen Liedern sind viele baldzu Volksliedern geworden, z. B.In einem kühlen Grunde",Wem Gott willrechte Gunst erweisen",Wer hat dich, du schöner Wald".

Friedrich LudwigZacharias Werner, geb.

18. Nov. 1768 in Königsbergi. Pr., studierte daselbst seit1784, wurde 1793 Secretürin Petrikau, später in War-schau, wo er mit E. T. A.Hoffmann verkehrte. 1805 er-hielt er eine Stellung in Ber-lin, welche ihm zu poetischemSchaffen die nöthige Mußegewährte; 1807 gab er dieStelle auf und reiste, in Go-tha, Jena, Weimar längerenAufenthalt nehmend. 'DasJahr 1808 sah ihn wieder inBerlin, in der Schweiz, Pa-ris und in Weimar. 1809erhielt er eine Pension vomFürstprimas Dalberg undwurde HessendarmstädtischerHofrath. Werner begab sich1809 nach Rom, trat dort am

19. April 1811 zum Katholi-cismus über, studierte Theo-logie, blieb bis 1813 in Rom,ließ sich 1814 ins Seminarzu Aschaffenbnrg aufnehmen,wurde zum Priester geweihtund begab sich nach Wien,hielt dort und in Österreichviel besuchte Predigten, unter-brach diese Thätigkeit 1817durch Aufenthalt in Podolien,wurde zum Ehrendomherrnvon Kamieniec ernannt, kehrtenach Wien zurück, wo er seit1819 im Hause des Erz-bischofs lebte, und starb da-selbst in der Nacht vom 16.auf den 17. Januar 1823. Das

faßt in Weimar unter Goethes

Ernst Theodor Amadeus Hoffmann.

Gezeichnet von W. Hensel, gestochen von Passini. Ausschnitt.

Ernst Theodor Amadeus (mit seinen Tanfnamen Ernst Theodor Wil-helm) Hoffmann, geb. 24. Januar 1776 in Königsberg i. Pr., studierte da-selbst Rechtswissenschaft und bildete dabei seine musikalischen und malerischenTalente weiter aus. 1795 wurde er als Auscultator bei der Regierung in Königs-berg angestellt, kam in gleicher Eigenschaft 1796 an die Oberamtsregierung nach Glogauund 1798 an das Kammergericht nach Berlin als Referendar. 1800 ward erin Posen Regierungsassessor, 1802 in Plock, 1804 in Warschau Regierungsrath.1806 hörte diese Stellung bei der Veränderung der politischen Lage auf. 1807versuchte er vergeblich in Berlin beschäftigt zu werden; von 18081814 führteer ein abenteuerliches Künstlerleben als Musikdirektor an den Theatern in Bamberg,Dresden, Leipzig. 1814 wurde er wieder am Kammergerichte zu Berlin ange-stellt, wo er den 25. Juni 1822 als Kammergerichtsrath starb. Hauptschriften:Fantasiestücke in Callots Manier" (1814, 1815) (enthält u. a.Die Kreisle-riana",Der goldene Topf");Die Elixire des Teufels" (1815, 1816);Nacht-stücke" (1817) (enthält u. a.Jgnaz Denner",Das Sanctus",Das steinerneHerz");Klein Zaches, genannt Zinnober, ein Märchen" (1819);Die Sera-pions-Brüder" (18191821) (enthält von früher erschienenen Erzählungen u. a.Meister Martin, der Küfer und seine Gesellen",Der Artushof",Doge undDogaressa"; zuerst gedruckt hierin erschienen u. a.:Nußknacker und Mäusekönig",Die Automate",Erscheinungen");Lebensansichten des Katers Murr" (1820,1822);Meister Floh, ein Märchen" (1822).

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Zacharias Werner.

Radierung von Johann Ender. Gering verkleinerter Ausschnitt.

Amadeus GottfriedAdolf Müllner, geb. 18.October 1774 zu Langendorsbei Weißenfels, war 17891793 auf der Schule in Schul-pforta, studierte 17941797in Leipzig die Rechte, wurde1798 Advocat in Weißenfels,wo er den 11. Juni 1829 starb.Er begann seine dramatischeSchriftstellerei mit dem Trauer-spieleDer neunundzwan-zigste Februar" 1812. Seineam meisten aufgeführte Schick-salstragödie istDieSchuld" (1813, gedr. 1826);König Pngurd" (1817),DieAlbaneserin" (1820) gehörenzu derselben Klasse von Tra-gödien.

Adolf Müllner.

Lithographie aus der lithograph. Anstalt von Rud. Weber in Leipzig. Ausschnitt.