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XIX. Jahrhundert, erste Hälfte. Dramatiker.
Ernst Freiherr von Houwald (1778—1845), Adam Oehlenschläger (1779—1850), Dietrich Christian Grabbe (1801—1836).
Adam Oehlenschläger.
Gemalt von I. V. Gertner 1840. lithographiert von I. W. Tegner. Verkleinerter Ausschnitt
Christian Grabbe.
Gezeichnet von W. Pero, lithographiert voll W. Severin, Verkleinerter Ausschnitt.
Ernst Freiherr von Houwald.
Lithographie von Krüger in Berlin. Nach dem in: Besitze seines Enkels, des Herrn Grafen von Hon- sWald zu Liibben befindlichen Exemplare. Verkleinerter Ausschnitt.
Christoph Ernst Freiherr von Houwald, geb. 29. November 1778zu Straupitz in der Lausitz. Zu Hause vorgebildet, erhielt er auf dem Pädago-gium zu Halle seit 1793 weiteren Unterricht und bezog 1799 die dortige Univer-sität, wo er bis 1802 Rechtswissenschaft studierte. Die Verwaltung seiner Güterließ ihm genug Zeit für seine poetischen Arbeiten. Seit 1821 hatte er die Wahlder Stände des Markgrafenthums der Niederlausitz zum Laudessyndicus ange-nommen, als welcher er seinen Amtssitz in Neuhaus bei Lübbeu hatte. In dieserStadt starb er auf einer Reise den 28. Januar 1845. Houwalds berühmtestesStück ist das Trauerspiel „Das Bild" (1821). Andere Tragödien (Rührstücke):„Der Leuchtthurm" (verfaßt 1811, gedruckt 1821); „Die Feinde" (geschrieben 1823,gedruckt 1825). Sehr glücklich war er in seinen für die Jugend geschriebenen Er-zählungen und Dramen: „Bilder für die Jugend" (1828) u. a.
Adam Gottlieb Oehlenschläger, geb. 14. November 1779 zu Frederiks-berg, wollte Schauspieler werden, studierte jedoch seit 1800 Rechtswissenschaft inKopenhagen, machte sich auf großen Reisen 1805—1809 namentlich mit deutscherDichtung und deutschen Dichtern (Goethe und den Romantikern) bekannt, wurde1810 außerordentlicher, 1827 ordentlicher Professor der Aesthetik in Kopenhagen,als welcher er den 20. Januar 1850 starb. 1823 hatte ihn Tegner in der Dom-kirche zu Lund zum Dichter gekrönt; 1839 hatte er den Rang und Titel einesStaatsraths, 1847 den eines Conferenzraths erhalten. Oehlenschläger hat einigeseiner Werke ursprünglich deutsch geschrieben und die meisten ins Deutsche über-setzt. Unter seinen zahlreichen Werken seien hervorgehoben: „Correggio", Trauer-spiel (1816)' „Palnatoke", Trauerspiel (1819); „Axel und Walburga", Tragödie(1810); „Die Inseln im Südmeere, ein Roman" (1826). Er übersetzte auchHolbergs Lustspiele ins Deutsche (1822—1823).
Dietrich Christian Grabbe, geb. 11. December 1801 zu Detmold,betrieb seit 1819 in Leipzig und 1822 in Berlin juristische Studien, beschäftigtesich aber, namentlich in Berlin, mehr mit dramatischen Arbeiten und beabsichtigteTheaterdichter oder Schauspieler zu werden. Versuche in Leipzig, Dresden, Braun-schweig bei der Bühne anzukommen schlugen fehl; er zog es vor in Detmold dasAdvocatenexamen zu machen (1824) und zu prakticieren; nebenbei versah er noch(seit 1827) die Stelle eines Regimentsauditeurs. Grabbe eignete sich nicht für einsolides bürgerliches Beamtenleben; auch nahm seine Neigung zum Trunke immermehr zu. Er verließ 1834 Detmold, lebte in Frankfurt und Düsseldorf (bei Jmmer-mann), kehrte schließlich nach Detmold zurück, wo er den 12. September 1836 starb.Von seinen Tragödien seien hier hervorgehoben: „Heinrich VI." (1830), „DonJuan und Faust" (1829), „Hannibal" (1835), „Die Hermannsschlacht" (1838; ein-zelne Scenen schon gedruckt 1836 und 1837).