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Bilderatlas zur Geschichte der Deutschen Nationallitteratur : eine Ergänzung zu jeder Deutschen Litteraturgeschichte : enthaltend 1675 Abbildungen / von Dr. Gustav Könnecke
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XIX. Jahrhundert, erste Hälfte

266 <H-

Die patriotischen Dichter

Theodor Körner (17911813).

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Theodor Körner.

Nach Originalphotographie der im Körnermuseum zu Dresden aufbewahrten Kreidezeichnung seinerSchwester Emma umgezeichnet.

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Theodor Körners Geburtshaus in der Neustadt Dresden.

Älteste erhaltene Abbildung, welche das Haus mit Nebenbau noch am getreuesten in dem Zustande giebt,in welchem es zur Zeit war. als Körners hier wohnten. Schiller hier verkehrte und Theodor Körner hiergeboren wurde. Jetzt bergen drei Zimmer des unteren und sechs Zimmer des oberen Stockes das vonHerrn Dr. Emil Peschel (dessen aufopfernder Thätigkeit wir auch das Dresdener Körnerdenkmal ver-danken) gegründete und lange Jahre hindurch unterhaltene Körnermuseum, welches jetzt in den Besitzder Stadt Dresden übergegangen ist. Ausschnitt aus einer Lithographie im Besitze des Körnermnsenms.

Theodor Körner im Tode.

Gezeichnet von seinem Waffengefährten Fr. v. Olivier den 27. August 1813. Nach der vom Professorv. Donner angefertigten Durchzeichnung des jetzt fast verblaßten Originales, welches durch Herrn Dr. EmilPeschel seit 187g mit 61 anderen Bildnissen von Körners Waffengefährten für das Dresdener Körner-museum erworben wurde. Diese hier gegebene Nachbildung bringt znm ersten Male dieses berühmteKörnerbildnis in getreuer Wiedergabe.

Karl Theodor Körner, Sohn Christian Gottfried Körners, geb. 23. Sep-tember 1791 zu Dresden, der Sänger und Heldenjüngling der Freiheitskriege. Imväterlichen Hause, der klassischen Pflegestütte der Poesie, Kunst und Musik, aufge-wachsen und durch treffliche Privatlehrer gebildet, bezog er, nachdem er kurze Zeitdie Dresdener Kreuzschule besuchte, die Freiberger Bergakademie, deren Schüler ervom 1. Juni 1808 bis 28. Juni 1810 war. Er studierte auf der Leipziger Uni-versität seit dem 8. October 1810 weiter, mußte aber, in studentische Händel ver-wickelt, Leipzig den 23. März 1811 heimlich verlassen. Seine Absicht, an der neuenUniversität Berlin seine Studien fortzusetzen, wurde durch eine Krankheit vereitelt.In Karlsbad geheilt, gieng er im Herbste 1811 nach Wien, an W. v. Humboldtund Fr. Schlegel empfohlen. Hier gab er sich fast ausschließlich seinen dichterischenArbeiten hin und wurde vom 1. Januar 1813 auf drei Jahre zum Theaterdichteram Hofburgtheater ernannt. Aber noch bevor Friedrich Wilhelms III. Aufrufan mein Volk (17. März) erschien, gab Körner seine Stellung auf und eilte(15. März) nach Breslau, um mit den Lützowern in den Kampf für die Be-freiung Deutschlands zu ziehen. Er wurde bald Lieutenant und Lützows Adju-tant. Im Überfalle bei Kitzen (17. Juni) wurde er schon schwer verwundet; kaumwieder geheilt, eilte er seinem Freikorps nach. Im Gefechte bei Gadebusch den26. August 1813 starb er den Heldentod. Ünter der Eiche bei Wöbbelin wurdeer von seinen Kameraden begraben. Von seinen Dichtungen sind in erster Linieseine Kriegslieder aufzuführen, welche er seit dem Frühjahre 1813 sang:DasVolk steht auf, der Sturm bricht los",Frisch auf, mein Volk, die Flammenzeichenrauchen",Hör' uns, Allmächtiger",Vater, ich rufe dich",Was glänzt dort vomWalde im Sonnenschein",Ahndungsgrauend, todesmuthig",Du Schwert anmeiner Linken". Als erste Sammlung seiner Freiheitslieder erschienen:Zwölffreie deutsche Gedichte" (1813), umfangreicher ist die Sammlung:Leyer und Schwert"(1814). Von Körners Dramen, die er mit unglaublicher Schnelle während seinesWiener Aufenthaltes schrieb und welche meist mit großem Beifalle zuerst in Wienaufgeführt wurden, sind zu nennen: 1811:Die Braut" (Lustspiel),Der grüneDomino" (Lustspiel),Das Fischermädchen" (Oper); 1812:Der Nachtwächter"(Lustspiel),Toni",Die Sühne",Rosamunde" (Trauerspiel),Hedwig"; 1812bis 1813:Die Gouvernante",Der Vetter aus Bremen",Joses Heyderich",Zriny" (Trauerspiel). Verschiedene ungedruckte dramatische Arbeiten besitzt ineigenhändiger Niederschrift Körners Herr Künzel in Leipzig und das Körnermuseumin Dresden. Körners erste im Drucke erschienene Gedichtsammlung sind dieKnospen" (1810). Außer seinenFreiheitsliedern" wird sein LiedEs blinkendrei freundliche Sterne" noch heute gesungen.

Antonio Adamberger.

Miniaturgemälde von Monsorno im Körnermuseum zu Dresden, gestochen von Weger.

Antonie Adamberger, geb. 30. December 1790 in Wien, Tragödin desHofburgtheaters, Theodor Körners Braut, mit welcher er seit dem Sommer 1812verlobt war, vermählt 1817 mit dem bekannten Numismatiker und ArchäologenJosef Ritter von Arneth, starb in Wien den 25. December 1867. Körner schriebfür sie dieHedwig" imZriny" und nannte nach ihr sein DramaToni".