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XIX. Jahrhundert, erste Hälfte. Roman, Novelle.
Heim. Steffens (1773—1845), Heine. Zschokke (1771—1848), H. Clauren (Heun) (1771—1854), Christoph v. Schneid (1768—1854).
Heinrich Steffens, get. 10. Mai 1773 zu Stavanger in Norwegen. Sein Vater warDeutscher. Seit 1790 studierte er in Kopenhagen Naturwissenschaften, las 1796 an der Kieler Uni-versität, ward 1798 in Jena Schellings Schüler, studierte 1800—1802 an der Freiburger Bergaka-demie, kehrte 1802 nach Kopenhagen zurück, hielt daselbst philosophische Vorlesungen, wurde 1804
Professor der Philosophie in Halle, 1811 in Breslau, wo er die Befreiung Deutschlands mit vor-bereiten half. Er machte den Feldzug 1813—1814 mit. In Breslau trat er zum Katholicismusüber, jedoch bald wieder zum Protestantismus zurück. Seit 1831 war er Professor in Berlin undstarb daselbst 13. Febr. 1845. — Romane: „Die Familie Walseth und Leith" (1826—1827), „Dievier Norweger" (1828). — Selbstbiographie: „Was ich erlebte" (1840—1845). — „Grundzüge derphilosophischen Naturwissenschaft" (1806), „Carricaturen des Heiligsten" (1819—1821).
Johann Heinrich Daniel Zschokke, geb. 22. März 1771 in Magdeburg, studierte seit1790, nach abenteuerndem Leben, in Frankfurt a. O. Theologie, gieng 1796 nach der Schweiz, woer Director des Seminars zu Reichenau in Graubünden war. 1798—1801 war er politisch thätig,zuletzt als helvet. Statthalter in Basel. Den Winter auf 1802 lebte er in Bern, wo H. v. Kleist beiihm weilte, hierauf bis 1807 auf Schloß Biederstem bei Aarau, dann in Aarau selbst und seit 1817in seinem Landhause „Blumenhalde" bei Aarau, wo er den 27. Juni 1848 starb. —„Novellen undRomane: „Abällino der große Bandit" (1793), „Alamontade" (1811), „Das Loch im Ärmel" (1812),„Das Abenteuer der Neujahrsnacht" (1818), „Der Feldweibel", „Das Goldmacherdorf" (1817),„Die Branntweinpest" (1837). — Populärphilosophische, populärreligiöse Schriften: „Stundender Andacht" (1808—1816), „Eine Selbstschau" (1842). — Historisch-geographische: „Des Schweizer-lands Geschichte" (1822), „Die klassischen Stellen der Schweiz" (1835 ff.).
Heinrich Zschokke.
Heinrich Steffens.
Gezeichnet von I. Notz 1825, gestochen von Martin Eßlinger. Zur Wiedergabe empfohlen von einem der Söhne,Herrn Prediger Emil Zschokke in Aarau.
Gezeichnet von Fr. Kräger, lithographirt von Zeichen. Ausschnitt
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Karl Gottlieb Samuel Heun.
Anonyme Lithographie etwa aus dem Jahre 1825. Ausschnitt.
Karl Gottlieb Samuel Heun (als Schriftsteller H. Clauren), geb. 20. März 1771zu Dobrilugk (Lausitz), Jurist, war 1792 Privatsecretär beim Minister von Haugwitz, dann Ässessorbei der Preußischen Bergwerksverwaltung, 1801—1811 (außer von 1803—1805) Treskow'scher Güter-verwalter, fand bei Hardenberg in Berlin Stellung, machte mit dem Hauptquartiere den Feldzug1813—1814 mit und war bei dem Wiener Congresse und den Sächsischen Auseinandersetzungen be-schäftigt. 1820—1823 redigierte er die „Preuß. Staatszeitung" als geh. Hofrath und Ministerial-secretär. Seit 1824 war er im Generalpostamt in Berlin angestellt und starb daselbst den 2. August1854. — Claurens zahlreiche Romane und Erzählungen, welche erst seit 1815 eine den Frauen günstigeTendenz verfolgen (Abschluß mit glücklicher Heirat), beherrschten lange Zeit die Leihbibliotheken.Namentlich beliebt waren: „Mimili" (1816), „Die graue Stube" (1820), „Liesli und Elfi" (1821 >,„Die Kartoffeln in der Schale" (1822), „Das Mädchen aus der Fliedermühle" (1822), „Gräfin Che-rubim" (1824). Auch seine Lustspiele waren gerne gesehen, z. B.: „Das Vogelschießen" (1822),„Der Bräutigam aus Mexiko" (1824).
Christoph von Schund.
Nach der Natur auf Steiu gezeichnet im August 1847 von M. Fröschle. Ausschnitt.
Johann Nep. Christoph Friedrich v. Schmid, der Jugendschriftsteller, geb. 15. Aug.1768 in Dinkelsbühl, war in Dillingen ein Schüler Sailers, 1796—1816 Pfarrer in Thannhausen,wo er die besten seiner Geschichten den Kindern erzählte und aufschrieb, 1827 Domcapitular in Augs-burg, wo er den 18. Juli 1854 starb. — Erzählungen: „Die Ostereier", „Heinrich von Eichenfels",„Genovefa", „Rothkehlchen", „Rosa von Tannenburg", „150 kurze Erzählungen für die Jugend".