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Bilderatlas zur Geschichte der Deutschen Nationallitteratur : eine Ergänzung zu jeder Deutschen Litteraturgeschichte : enthaltend 1675 Abbildungen / von Dr. Gustav Könnecke
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17881866

Friedrich Rückert

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Friedrich Rückert.

Im Alter von ungefähr 45 Jahren. Kreidezeichnung von Barth, welche Rückert seiner Tochter Anna zur Hochzeit schenkte. Verkleinerter

Ausschnitt, direct nach der Originalzeichnung gemacht.

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Eigenhändiges Gedicht Rückerts aus demLiebesfrühling".

Original im Besitze der Familie Rückerts. (XXIX, Frankfurter Ausgabe von 1868; I, 400.)

Eigenhändiges Gedicht von Rückert.

Original im Besitze der Verlagshandlung.

Johann Michael Friedrich Rückert, geb. 16. Mai 1788 zu Schwein-furt; sein Vater war der Advocat Rentamtmann Johann Adam Rückert, seineMutter Maria Barbara geb. Schoppach. Seit 1792 wuchs er in freier ländlicherUmgebung in Oberlauringen auf; 1802 bis Herbst 1805 besuchte er die latei-nische Schule in Schweinfurt, von da bis Ostern 1809 die Universität Würzburg.Anfangs studierte er Jurisprudenz, dann Philologie und Litteratur. Seinenbeabsichtigten Eintritt in die österreichische Armee, um gegen Napoleon mitzu-kämpfen, verhinderte der Frieden (1809s. Er nahm bei seinen Eltern in Ebern(bei Coburg), wo der Vater inzwischen Rentamtmann geworden war, Aufenthalt.Ostern 1811 bis Ostern 1812 war er in Jena habilitiert; 1812 folgte er einerAufforderung von Johannes Schulze als Lehrer an das Gymnasium nach Hanau,blieb jedoch nur bis zum Herbste 1813 in dieser Stellung. Den Feldzug gegenFrankreich durfte er seiner schwächlichen Constitution wegen nicht mitmachen. Biser Ende 1815 als Redacteur desMorgenblattes" in Stuttgart ein Unterkommen

fand, hielt er sich in der Heimat und bei Freunden, namentlich auf der Betten-burg beim Freiherrn von Truchseß auf. 1817 verließ er Stuttgart, machte eineReise nach der Schweiz und Italien, eignete sich hier die Formen der italienischenPoesie an; für seine weitere poetische Entwicklung war ein Besuch bei Josef vonHammer in Wien wichtig, welcher ihn in die orientalischen Dichtungen näher ein-führte (18181819). Seine orientalischen Studien setzte er namentlich in Coburg(seit 1819) fort; hier heiratete er den 26. December 1821 Luise Withaus-Fischer,mit welcher er denLiebesfrühling" erlebte. 1826 machte ihn König Ludwigzum außerordentlichen Professor der orientalischen Sprachen in Erlangen. 1841berief ihn Friedrich Wilhelm IV. als Professor und geh. Regierungsrath nach Berlin.Bei Ausbruch der Märzrevolution 1848 verließ er Ort und Stellung, die ihmnie behagt hatten. Er zog dauernd auf seinen Landsitz Neuseß bei Coburg, wo ervon Berlin aus schon häufig die Sommermonate zugebracht hatte. Hier starb erden 31. Januar 1866; seine Luise war ihm am 26. Juni 1857 vorangegangen.