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XIX. Jahrhundert, erste Hälfte. Lyrik (Roman).
Karl Lebrecht Jmmermann (1796—1840), Wilhelm Müller (1794—1824).
Karl Jmmermann.
Gemalt von Th. Hildebrandt 1839, gestochen von I. Keller. Verkleinerter Ausschnitt.
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Eigenhändiges Gedicht von Jmmermann aus dem Jahre 1812 .
Original im Besitze der Verlagshandlung.
Wilhelm Müller.
Nach Originalphotographie des im Besitze seines Sohnes, des Herrn Professors Max Müller in Oxford,befindlichen Ölgemäldes von Hensel. — Dies ist das erste echte Bildnis Müllers, welches veröffentlicht wird.
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Wilhelm Müllers vielgesungenes bekanntestes Lied: „Im Krug zum grünen
Kranze".
Eigenhändige Niederschrift im Besitze der Verlagshandlung.
Karl Lebrecht Jmmermann, geb. 24. April 1796 zu Magdeburg,machte die Befreiungskriege mit, wurde 1818 Auscultator, 1819 Referendar, kamals Divisionsauditeur nach Münster, 1824 als Crimiualrichter nach Magdeburg,1827 wurde er als Landgerichtsrath nach Düsseldorf versetzt. 1832—1837 warer Leiter des dasigen Stadttheaters und starb in Düsseldorf den 25. August 1840.— Hauptwerk: Der Roman „Münchhausen, eine Geschichte in Arabesken" (1838bis 1839, hierin die Idylle „Der Oberhof"). Ferner: „Die Epigonen", Familien-roman (1836); „Merlin", eine Mythe (1832); „Tulifäntchen", ein Heldengedicht(1830); „Das Trauerspiel in Tyrol", ein dramatisches Gedicht (1827); „Dieschelmische Gräfin", Lustspiel (1828); „Cardenio und Celinde", Trauerspiel (1826);„Das Auge der Liebe", Lustspiel (1824).
Johann Ludwig Wilhelm Müller, geb. 7. October 1794 zu Dessau,dort erzogen, studierte seit 1812 in Berlin Theologie und Geschichte, machte dieFeldzüge 1813—1814 mit, studierte seit 1815 wieder in Berlin, namentlich Ger-manistik (bis 1817), hielt sich längere Zeit (1817—1819) in Italien auf, wurdeGymnasiallehrer in Dessau (1819) und Assistent an der herzogt. Bibliothek, 1820herzogl. Bibliothekar. 1821 verheiratete er sich mit einer Enkelin Basedows, erhielt
1824 den Titel Hofrath und starb am 30. September 1827 zu Dessau. SeinSohn ist der berühmte Gelehrte Max Müller in Oxford. — Sammlungen seinerLieder: „Siebenundsiebzig Gedichte aus den hinterlassenen Papieren eines reisen-den Waldhornisten" (1821); „Gedichte aus den hinterlassenen Papieren eines rei-senden Waldhornisten" (1824, hierin „Die Winterreise", „Wanderlieder"); „LyrischeReisen und epigrammatische Spaziergänge" (1827, hierin „Frühlingskranz ausdem Plauenschen Grunde"); „Vermischte Schriften", herausgegeben von Schwab(1830, hierin „Die schöne Müllerin"). Einzelne Lieder, «. aus den Müllerliedern:„Das Wandern ist des Müllers Lust", „Ich hört' ein Büchlein rauschen", „Ichschnitt es gern in alle Rinden ein", „Ihr Blumen alle"; S. aus der Winter-reise: „Am Brunnen vor dem Thore", „Von der Straße her ein Posthorn klingt",„Drüben hinterm Dorfe steht ein Leiermann". — Andere viel gesungene Lieder:„Das Essen nicht das Trinken", „Der Mai ist auf dem Wege", „Es lebe was aufErden stolzirt in grüner Tracht", „Guckt nicht in Wasserquellen", „Im Krug zumgrünen Kranze", „In Grün will ich mich kleiden", „Lustig leben, lustig sterben",„Von allen Tönen in der Welt", „Wenn wir durch die Straßen ziehen". Ausden Griechenliedern: („Lieder der Griechen" I 1821, II 1822; „Neue Lieder derGriechen" 1822—1823; „Neueste Lieder der Griechen" 1824), „Alexander Ppsilantisaß in Munkacs hohem Thurm", „Ich bin der kleine Hydriot".
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