XIX. Jahrhundert, erste Hälfte
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Das junge Deutschland; Dichter der Opposition.
Heinrich Laube (1806—1884), Georg Herwegh (1817—1875).
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Heinrich Laube.
Nach einer von Laube kurz vor seinem Tode fiir den Bilderatlas übersandten Originalphotographie
umgezeichnet.
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Heinrich Laube im 42. Lebensjahre.
Gezeichnet und lithographiert von Kriehuber 1848. Verkleinerter Ausschnitt. Nach dem Exemplareder k. k. Familienfideicommiß-Bibliothek in Wien.
Heinrich Rudolf Constanz Laube, geb. 18. September 1806 zuSprottau, studierte Anfangs Theologie, wandte sich noch auf der UniversitätBreslau der Litteratur und dem Drama zu, promovierte, war seit 1832 in Leip-zig Schriftsteller, wurde von den gegen die Schriften des jungen Deutschlandsgerichteten Bundesbeschlüssen (1835) betroffen, hatte als früherer BurschenschafterUntersuchungshaft (1885) und Festungshaft (1836—1837) zu dulden, war seit1842, nach längeren Reisen, wieder als Litterat in Leipzig, wurde Mitglied derNationalversammlung, war 1850—1866 artistischer Director des k. k. Hofburg-
theaters, 1867—1870 Director des Leipziger Stadttheaters, leitete 1872—1874und 1876—1879 das Stadttheater in Wien und starb daselbst den 1. August1884. — Schauspiele: „Die Karlsschüler" (1847), „Prinz Friedrich" (1850), „DerStatthalter von Bengalen" (1868). Trauerspiele: „Monaldeschi" (1845), „Struen-see" (1847), „Graf Essex" (1856), „Montrose" (1859). Lustspiele: „Rococco"(1846), „Gottsched und Gellert" (1847), „Böse Zungen" (1868), „Der Haupt-mann von der Scharwache" (1878). Romane und Erzählungen: „Die Bandomire"(1842), „Gräfin Chateaubriand" (1843), „Der belgische Graf" (1845). Schilde-rungen: „Französische Lustschlösser" (1840),'„Drei Königsstädte im Norden" (1845),„Der deutsche Krieg (1863—1866). Litterarhistorisch-ästhetische Schriften: „Geschichteder deutschen Litteratur" (1839—1840), „Das Burgtheater" (1868), „Das nord-deutsche Theater" (1872), „Das Wiener Stadttheater" (1875). Ferner: „Jagdbrevier"(1841); „Lebenserinnerungen" (1875 ff.).
Georg Herwegh, Jugendbild.
Gemalt von C. Hitz, gestochen von C. Gonzenbach. Ausschnitt.
Georg Herwegh im Alter.
Holzschnitt aus der „Illustrierten Zeitung" (Nr. 1661 von 1875), nach einer Originalphoto-graphie gezeichnet von A. Nenmann.
Georg Herwegh, geb. 31. Mai 1817 zu Stuttgart, studierte 1835 Theologie, 1836—1837 die Rechte, zog ein freies Litteratenleben dem Studium vor, entzogsich dem Militärdienste durch Flucht in die Schweiz (1839), wurde in Folge seines brüsken, an den ihm entgegenkommenden König Friedrich Wilhelm IV. gerichtetenBriefes auch aus Preußen ausgewiesen (1842), lebte dann meist in Frankreich, führte 1849 eine Schaar Deutscher und Französischer Arbeiter zum Kampfe nach Baden,floh nach dem Zusammenstürze bei Niederoffenbach (27. April) nach Frankreich, durfte infolge der Amnestie von 1866 nach Deutschland zurückkehren, starb, von der Mit-welt fast vergessen, den 7. April 1875 zu Lichtenthal bei Baden. — Am bekanntesten wurde Herwegh durch die erste Sammlung seiner revolutionären Lieder: „Gedichteeines Lebendigen" (1841), zweite Sammlung erschien 1844. Wie wenig er auch die neue Zeit verstand, zeigen seine 1877 erschienenen „Neuen Gedichte". Er übersetzte fürdie Bodenstedt'sche Shakespeare-Ausgabe sieben Stücke, für die Ulricische den „Coriolan". Seine „21 Bogen aus der Schweiz" (1843) ist eine Sammlung politischer Auf-sätze. — Bekannt gebliebene Lieder: „Ich möchte hingeh'n wie das Aoendroth" (1839), „Die bange Nacht ist nun herum" (1841).