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XIX. Jahrhundert, zweites Drittel. Dichter der Opposition.
Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798—1874), Franz Freiherr von Tingelstedt (1814—1881), Eduard Prutz (1816—1872).
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Franz Freiherr von Dingelstedt.
Nach Originalphotographie. welche wenige Jahre vor seinem Tode gemacht wurde. Von seinem Sohne,dem k. k. Hauptmann Wilhelm Freiherr» von Dingelstedt, sür den Bilderatlas übersendet und von ihmals sprechend ähnlich erklärt. Umgezeichnet.
Eigenhändiges Gedicht von Hoffmann v. Fallersleben.
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, geb. 2. April 1798,gest. 19. Januar 1874 (Bildnis siehe bei den Germanisten). — Sammlungen po-litischer Lieder: „Deutsche Lieder" (1815), „Unpolitische Lieder" 1 (1840), II (1842),„Deutsche Lieder aus der Schweiz" (1843), „Deutsche Gafsenlieder" (1843), „Hoff-mann'sche Tropfen" (1844), „Maitrank" (1844), „Deutsche'Salonlieder" (1844),„Tiavolini" (1845), „Schweseläther" (1847), „37 Lieder für das junge Deutschland"(1848), „Spitzkugeln" (1849). — Sonstige Liedersammlungen: „Lieder und Ro-manzen" (1821), „Allemannische Lieder" (1826), „Maikäferiade" (1826), „Kirch-hofslieder" (1827), „Weinbüchlein" (1829), „Gedichte" (1827, 1834, 1837, 1862),„Kinderlieder" (unter verschiedenen Titeln 1827, 1843, 1845, 1853, 1855), „Lo-verkens" (1830, von Hoffmann gedichtete niederländische Lieder, welche jahre-lang für echte alte niederländische Volkslieder galten), „Buch der Liebe" (1836).Von seinen Liedern sind viele volksthümlich geworden und werden vielfach gesun-gen, so: „Zwischen Frankreich und dem Böhmerwald" (1824), „Morgen müssen wirverreisen" (1826), „Das Glas in der Rechten" (1829), „Deutschland, Deutschlandüber alles" (1841), „Nachtigall, Nachtigall, wie sangst du so schön" (1844).
Robert Eduard Prutz, Jugendbild.
Gezeichnet von A. Richter, gestochen von L. Sichling. Verkleinerter Ausschnitt.
Franz Ferdinand Freiherr von Dingelstedt, geb. 30. Juni 1814in Halsdorf bei Marburg, war 1836—1838 in Cassel, dann in Fulda Gymnasial-lehrer, 1841 Mitarbeiter der „Augsburger Allgemeinen Zeitung", 1843 Vorleserund Bibliothekar des Königs von Württemberg mit dem Titel Hofrath, 1846Legationsrath und Dramaturg des Stuttgarter Hoftheaters, 1851 Intendant desMünchener Hoftheaters, wurde geadelt, 1857 Intendant des Weimarer Hoftheaters,1867 Director des Hofoperntheaters in Wien, 1875—1880 auch des Hofburg-theaters, starb den 15. Mai 1881 in Wien. Er war in den k. k. Freiherrenstandund zum k. k. Hofrathe erhoben. — Die freisinnigen „Lieder eines kosmopolitischenNachtwächters" erschienen 1841. „Gedichte" (1838, 1845); „Nacht und Morgen",Gedichte (1851); „Eine Faust-Trilogie" (1876); „Litterarisches Bilderbuch" (1880).
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Robert Eduard Prutz.
Nach Originalphotographie, welche von seinem Sohne, Herrn Professor Dr. Prutz, als besonders gutund ähnlich empfohlen wurde, umgezeichnet.
Robert Eduard Prutz, geb. 30. Mai 1816 in Stettin, versuchte nachBeendigung seiner Studien die akademische Laufbahn, wurde aber wegen seinerfreisinnigen Schriften abgewiesen, war 1847 Dramaturg in Hamburg, 1849—1859außerordentlicher Professor für Litteraturgeschichte in Halle, lebte dann in seinerVaterstadt, wo er den 21. Juni 1872 starb. — Lyrische und Balladendichtungenenthalten die Sammlungen: „Gedichte" (1841), „Aus der Heimat" (1858), „Ausgoldenen Tagen" (1861), „Herbstrosen" (1864). — Vorwiegend radikal-politisch sinddie „Neuen Gedichte" (1843) und die „Politische Wochenstube" (1843). — Literar-historische Schriften: „Der Göttinger Dichterbund" (1841), „Vorlesungen über dieGeschichte des deutschen Theaters" (1847), „Geschichte des deutschen Journalismus"(1845), „Die deutsche Litteratur der Gegenwart" (1859), „Menschen und Bücher"(1862).
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