Buch 
Bilderatlas zur Geschichte der Deutschen Nationallitteratur : eine Ergänzung zu jeder Deutschen Litteraturgeschichte : enthaltend 1675 Abbildungen / von Dr. Gustav Könnecke
Entstehung
JPEG-Download
 

-s> 298 <H--

XIX. Jahrhundert, seit dem ersten Drittel. Roman, Volksschriften.

GräfinHahn-Hahn (1805-1880), M. v. Nathusius (1817-1857), Ad. Stifter (1805-1868), W. O. v. Horn (1798-1867), A. Stolz (1808-1883).

Jda Gräfin Hahn-Hahn.

Gezeichnet von Fräulein v. Meyern-Hohenbcrg, gestochen von Alb. Teichel. Ausschnitt.

UW

«W

Jda Gräfin Hahn-Hahn.

Holzschnitt aus der Jllustr. Zeitung, nach einer Origiualphotographie gezeichnet.

Maria von Nathusius.

Nach einer im Besitze der Familie befindlichen Originalphotographie umgezeichnet.

Friederike Gustave Sophie Marie Karoline Luise Jda Gräfin von Hahn, geb. 22. Juni 1805 auf Tressow beiSchwickendorf in Mecklenburg, geschiedene Ehegattin ihres gleichnamigen Vetters Friedrich Wilhelm Adolf Grafen Hahn, mitwelchem sie 18261829 vermählt war. Sie lebte meist auf Reisen, bis sie 1850 zur katholischen Kirche übertrat. Dem ent-sprechend schlug auch die Tendenz ihrer schriftstellerischen Thätigkeit um. Sie starb den 12. Januar 1880 zu Mainz, in demvon ihr gestifteten Kloster zum guten Hirten. Schriften ihrer weltlichen Periode:Gedichte" (1835);Venetianische Nächte"(1836);Jenseits der Berge" (1840);Erinnerungen aus und an Frankreich" (1842). Romane:Aus der Gesellschaft" (1838);Gräfin Faustine" (1841);Sigismund Förster" (1843). Die Schriften ihrer geistlichen Periode wurden mit ihrer Bekehrungs-geschichte:Bon Babylon nach Jerusalem" (1851) eröffnet.

Maria Karolina Elisabeth Louise von Nathusius,geb. Scheele, geb. 11. März 1817 in Magdeburg, heiratete 1841 denGutsbesitzer Philipp Engelhard von Nathusius-Neinstedt, welcherin Neinstedt (bei Quedlinburg) eine Besserungsanstalt für ver-wahrloste Kinder gegründet hatte, und war mit ihm für dieselbeeifrigst thätig. Sie starb in Neinstedt am 22. December 1857.Erzählungen;Tagebuch eines armen Fräuleins" (1853);Diealte Jungfer" (1856);Elisabeth" (1858).

«W

'IMG

_^

W. O. von Horn.

Stahlstich aus K. Mayers Kuustanstatt. Ausschnitt. Mit Bewilligung

88U

.VM

der Niednerschen Verlagshandluug benutzt.

Adalbert Stifter.

Gemälde von B. Szekelyi, Stahlstich von Josef Axmann 1863. Ausschnitt.

Albert (Adalbert) Stifter, geb. 23. October 1805zu Oberplan am Böhmerwald, erzogen 18181826 in der Bene-dictinerabtei Kremsmünster, studierte in Wien Rechte, Mathe-matik, schöne Wissenschaften, lebte seit 1848 in Linz, wo er 1850Jnspector des Volksschulwesens von Oberösterreich wurde. 1867erhielt er den Hofrathstitel und trat in Ruhestand. Am 28. Ja-nuar 1868 starb er zu Linz. Seine Novellen und Idyllenerschienen seit 1844 gesammelt unter dem TitelStudien",Bunte Steine" (seit 1853); 1869 wurden herausgegeben:Er-zählungen aus dem Nachlasse". Aus diesen stimmungsvollen No-vellen sind hervorzuheben:Abdias",Die Narrenburg",DerHochwald",Der Hagestolz",Der Weihnachtsabend". GrößereRomane:Der Nachsommer" (1857),Witiko" (18651867).

Alban Stolz.

Alb an Stolz, der populärste katholische Volksschriftsteller,geb. 3. Februar 1808 zu Bühl (Baden), studierte in Heidelberg18301831 Jura und Philologie, 1832 zu Freiburg i. B. Theo-logie, war 18331841 Pfarrer, dann Gymnasiallehrer in Bruch-sal, 1842 Repetent in Freiburg i. B., 1847 außerordentl., 1848ordentl. Professor der Pastoraltheologie und Pädagogik daselbst, woer am 16. October 1883 starb.Kalender für Zeit und Ewig-keit" (seit 1843);Legende, oder der christliche Sternenhimmel"(1851);Spanisches für die gebildete Welt" (1853);Besuch beiSem, Cham und Japhet" (1857).

Phil. Friedr. Wilhelm Oertel (mit seinemSchriftstellernamen W. O. von Horn), geb. 15. August1798 zu Horn bei Zimmern, wurde 1820 in Mann-bach Pfarrverwalter, später Pfarrer, 18351863 Pfarrerund Superintendent in Sobernheim, lebte seit 1863 pen-sioniert in Wiesbaden, wo er den 14. October 1867starb. Seine zahlreichen Volks- und Jugendschriftensind weit verbreitet; in seinerSpinnstube" (seit 1846)zeigt er sich als ein Hebel ebenbürtiger Erzähler.