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XIX. Jahrhundert
Unsere Zeitgenossen.
Gustav Freytag (geb. 1816), Paul Heyse (geb. 1830), Rudolf von Gottschall (geb. 1832), Ernst von Wildenbruch (geb. 1845).
Gustav Freytag.
Nach einer von Friedrich Bruckmann in München angefertigten, im Verlage von EdwinSchlömp in Leipzig und Wilhelm Hoffmann in Tresden erschienenen, zur „Freytag-Gallerie"gehörigen Photographie umgezeichnet.
SM
Gustav Freytag, geb.13. Juli 1816 zu Kreuzburgin Oberschlesien, habilitiertesich ill Breslau 1839 alsGermanist, gieng 1845 nachDresden, 1848 als Redacteurder „Grenzboten" nach Leip-zig, wo er bis zu seiner Über-siedlung nach Wiesbaden(1879) meistentheils lebte.1854 hatte ihn der Herzog vonKoburg-Gotha zum Hofratheernannt. — „Die Jour-nalisten" (unser bestesneueres Lustspiel, 1854),„Die Valentine" (Schauspiel,1847), „Die Fabier" (Trauer-spiel, 1859), „Der Gelehrte"(Trauerspiel, 1844), „GrafWaldemar" (Schauspiel,1858). Romane: „Soll undHaben" (1855), „Die verlo-reneHandschrift" (1864), „DieAhnen" (1872 ff. I. „Jugound Jngraban", II. „DasNest der Zaunkönige", III.„Die Brüder vom DeutschenHause", IV. „Markus König",V. „Die Geschwister", VI„Aus einer kleinen Stadt).„Bilder aus der DeutschenVergangenheit" (1859 bis1862). „Die Technik des Dra-mas" (1863).
Karl Rudolf vonGottschall, geb. 30. Sep-tember 1832 zu Breslau, pro-movierte 1846 in Königsbergund übernahm am Stadt-theater neben Wolterstorf dieDirection. 1849 war er Dra-maturg des Hamburger Stadt-theaters und lebt seit 1865in Dresden als Redacteur der„Blätter für litterarische Un-terhaltung" und der Monats-schrift „Unsere Zeit". Seit1864 ist er Sachsen-Weimari-scher Hofrath, seit 1875 Ge-heimer Hofrath und seit 1877durch den Deutschen Kaiser inden erblichen Adelsstand er-hoben. — Dramen: „Ulrichvon Hütten" (1843), „Robes-pierre" (1845), „Der Blindevon Alcala"(1846), „Lord By-ron in Italien" (1847), „DieMarseillaise" (1849), „Lam-bertine von Mericourt" (Tra-gödie, 1850), „Ferdinandvon Schill" (Tragödie, 1850),„MarieDouglas"(1852), „DieAusgestoßene" (1852), „Pittund Fox" (Lustspiel, 1865),„Mazeppa" (Trauerspiel,
1865) , „Die Diplomaten"(Lustspiel, 1865), „KatharinaHoward" (Tragödie, 1866),„König Karl XII." (Tragödie,
1866) , „Herzog Bernhard vonWeimar" (Tragödie, 1867),„Die Welt des Schwindels"(Lustspiel, 1871), „Amy Rol-sart" (Trauerspiel, 1871),„Der Vermittler" (Lustspiel,1880). — ErzählendeDichtun-gen: „Carlo Zeno" (1854),„Maja" (1863). — Romane:„Im Banne des schwarzenAdlers" (1876), „Welke Blät-ter" (1877), „Das goldeneKalb" (1880), „Die Papier-prinzessin" (1883). — Ästhe-tisch - litterarische Schriften:„Die Deutsche Nationallitte-ratur in der ersten Hälfte des19. Jahrhunderts" (1855),„Poetik" (1858).
Paul Heyse.
Nach einer Originalphotographie umgezeichnet.
Rudolf von Gottschall.
Nach einer Originalphotographie umgezeichnet.
Ernst von Wildenbruch.
Directe Wiedergabe einer Originalphotographie.
Paul Johann Ludwig Heyse, geb. 15. März 1830 zU Berlin, studierte neuerePhilologie, machte 1852 eine Italienische Studienreise, lebt seit 1854 in München alsSchriftsteller. — Gesammelte Novellen in Versen (zwei Sammlungen), Novellen in Prosa(bis jetzt sechzehn Sammlungen), Dramatische Dichtungen (bis jetzt dreizehn Bände);Romane: „Die Kinder der Welt" (1873), „Im Paradiese" (1876). — „Spanisches Lieder-buch" (mit Geibel, 1852), „Italienisches Liederbuch" (1860), „Skizzenbuch" (Lieder undBilder, 1870).
Ernst von Wildenbruch, geb. 3. Februar 1845 in Beirnt (Syrien) als Sohn desdortigen Preußischen Cousuls, erzogen in Athen und Constantinopel, nach Deutschland zurück-gekehrt, in Halle und Berlin. Im Cadettencorps vorgebildet, war er 1863—1865 Ofsicier.Die beiden Kriege (1866 und 1870-1871) hat er mitgemacht. Studierte, nach Absolvierungdes Abiturientenexamens, Rechtswissenschaft, wurde 1877 zum Assessor ernannt und trat indas Auswärtige Ämt zu Berlin, wo er jetzt lebt. — „Harold" (1882), „Die Karolinger"(1882), „Der Mennonit" (1882), „Christoph Marlow" (1884), „Das neue Gebot" (1886).