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XIX. Jahrhundert. Unsere Zeitgenossen.
Friedrich Theodor von Bischer (geb. 1807), Kuno Fischer (geb. 1824), Eduard von Hartmann (geb. 1842).
Friedrich Theodor von Bischer.
Nach einem Ölgemälde umgezeichnet.
Kuno Fischer.
Nach einer Originalphotographie umgezeichnet
Friedrich Theodor von Bi-scher, der Ästhetiker, geb. 30. Juni1807 zu Ludwigsburg, bezog 1825 dieUniversität Tübingen als Theologe, 1830war er Vikar in Hornheim, 1831 Re-petent in Maulbronn, machte 1832 bis1833 (wie auch namentlich 1839—1840und 1843) große Reisen zum Studiumder Kunst, wurde 1833 Repetent inTübingen, habilitierte sich daselbst 1836,wurde 1837 außerordentlicher, 1844ordentlicher Professor der Ästhetik undLitteraturgeschichte. 1845—1847 war erwegen seiner politischen Richtung vonseinem Amte enthoben, gehörte demFrankfurter und dem Rumpfparlamentean, gieng 1855 als Professor an dasPolytechnikum in Zürich, kehrte 1866 alssolcher nach Tübingen zurück, wurde 1867in gleicher Eigenschaft an das Polytechni-kum nach Stuttgart berufen und 1870in den Adelstand erhoben. —Hauptwerk:„Ästhetik oder Wissenschaft desSchönen" (1847ff.). „Über das Erha-bene und Komische" (1837), „KritischeGänge" (1844 ff.), „Altes und Neues"(1881ff.), „AuchEiner"(eineReisebekannt-schaft; 1876), „Mode und Cynismus"(1879), „Faust, der Tragödie dritterTheil von Deutebold SymbolizettiAllegorowitsch Mystifizinsky" (1862),„Goethes Faust" (Neue Beiträge zurKritik; 1876), „Lyrische Gänge" (Ge-dichte, 1882), „Epigramme aus Baden-Baden" (1867). Seine Balladen, die erals „Schartenmeyer" sang, sind schnellbekannt geworden. Als Schartenmeyerdichtete er auch: „Der deutsche Krieg"(1871).
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KAHM
Eduard von Hartmann.
Ausschnitt aus einer Originalphotographie.
Kuno Berthold Fischer, geb.23. Juli 1824 zu Sandewalde bei Herrn-stadt in Schlesien, 1850 Privatdocent inHeidelberg, 1855 Professor der Philoso-phie in Jena, seit 1872 in gleicher Eigen-schaft in Heidelberg, Geheimer Hofrathdaselbst, seit dem Heidelberger Univer-sitäts-Jubiläum (August 1886) wirk-licher Geheimer Hofrath mit dem Prä-dicate Excellenz. — Hauptwerk: „Ge-schichte der neueren Philosophie"(1852 sf.).—„Kants Leben und die Grund-lage seiner Lehre" (1860), „Franz Bacovon Vernlam" (1856), „Baruch Spino-zas Leben und Charakter" (1865). —„AkademischeReden" (1862), „System derLogik und Metaphysik oder Wissenschafts-lehre" (1852), „Über die Entstehung unddie Entwicklungsformen des Witzes"(1871). — „Schillers Selbstbekenntnisse"(1858), „Schiller als Philosoph" (1859),„Lessings Nathan der Weise" (1864),„Goethes Faust" (1878), „Lessing alsReformator der Deutschen Lit-teratur" (1881).
Eduard vonHartmann, geb.23. Februar 1842 zu Berlin, absolviertedas Gymnasium, trat 1858 in die Armee,schied 1865 (in Folge eines Knieleidens)mit dem Charakter eines Premierlieute-nants aus, lebt seitdem seinen Studien inBerlin, seit 1855 in Lichterfelde bei Ber-lin. — Hauptwerk: „Philosophie desUnbewußten" (1869). — „KritischeGrundlegung des transcendentalen Rea-lismus" (1875), „Phänomenologie dessittlichen Bewußtseins" (1878), „Philoso-phische Fragen derGegenwart"(1885).—„Aphorismen über das Drama" (1870).Ünter dem Namen Karl Robert ver-faßte er „Dramatische Dichtungen"(„Tristan und Isolde", „David undBathseba", Trauerspiele, 1871).